Karriere: Klassische Branchen für Akademiker und wie Sie sich am besten bewerben

Von Alexander Reschke | Allgemein

Apr 29
Jobchancen für Mediziner

Inhalt des Artikels

Jedes Jahr strömen immer mehr junge Frauen und Männer mit demselben Ziel an die Unis: Sie wollen einen Abschluss an einer staatlich anerkannten Hochschule erwerben. Denn als Akademiker eröffnen sich Bewerbern völlig neue Chancen in Sachen Karriere. Wir haben uns deshalb drei ganz klassische Branchen herausgegriffen, zeigen deren berufliche Perspektiven auf und geben Ihnen nützliche Tipps für die Bewerbung.

Karriere in der Medizin

Der Arztberuf genießt bei weiten Teilen der Bevölkerung noch immer ein hohes Ansehen. Zu Recht, denn ehe man vom Hörsaal in den OP wechseln kann, vergehen mindestens zwölf Semester – für die meisten Medizinstudenten sind es mehr. Eine Menge Zeit also, sich über die eigene Karriere Gedanken zu machen? Vielleicht. Dafür ist die Bandbreite an Jobs allerdings auch sehr groß.

Nicht zuletzt Dr. Brinkmann und seine „Schwarzwaldklinik“ haben in den Köpfen der Zuschauer eine geradezu groteske Vorstellung vom Arztberuf aufkeimen lassen. Das medizinische Personal flaniert über den Stationsflur. Dann und wann passt man einen Kollegen ab und nimmt sich die Zeit für einen kurzen Plausch, ehe man sich dem einen Patienten widmet, dem man gerade zugeteilt ist.

Die Realität sieht anders aus: Allein in einer vorstädtischen Privatpraxis gehen gut und gerne 30 Patienten pro Vormittag im Behandlungszimmer ein und aus. Wer eine Stelle in einer Klinik annimmt, den erwarten vor allem Schichtdienst und eine horrende Anzahl an Überstunden. Grund genug, sich vor der Bewerbung auf eine solche Position schon einmal Gedanken über alle möglichen Optionen zu machen.

Karriere als Mediziner #1: Die kurative Medizin

Zwar hat ihr Image unter den Generation-Y-Vertretern der Mediziner auf Grund ihrer schlechten Work-Life-Balance etwas gelitten, dennoch entscheidet sich die Mehrheit der Absolventen für einen Werdegang in der kurativen Medizin. Der Wille, anderen Menschen zu helfen und sie zu heilen, ist noch immer eines der Hauptmotive für die Studienwahl.

Wer sich mit Arbeitszeiten und –Pensum arrangieren kann, der hat gute Chancen, in der kurativen Medizin fußzufassen. Wie viele andere Branchen leidet auch der Arztberuf unter den Folgen der demografischen Entwicklung. Viele Vertreter der sog. Babyboomer-Generation treten in den kommenden Jahren den Ruhestand an. Gleichzeitig steigt jedoch das Behandlungsaufkommen der Patienten, da die Belastung im immer schnelllebiger werdenden Berufsalltag zunimmt. Schon heute ist der Bedarf an jungen Medizinern so groß, dass sie von Kommunen in ländlichen Gebieten gefördert werden, sofern sie sich dort niederlassen. Die Möglichkeiten für angehende Ärzte sind ebenso vielfältig und eine Karriere aussichtsreich.

Die gängigsten Berufsfelder sind:

• Allgemeinmedizin
• Chirurgie
• Dermatologie
• Gynäkologie
• HNO-Heilkunde
• Anästhesiologie

Zu beachten gilt, dass es zu vielen Berufszweigen verschiedene Vertiefungsmöglichkeiten gibt. Die Chirurgie beispielsweise ließe sich in Kinder-, Unfall- oder Gefäßchirurgie vertiefen. Es würde wohl mehr als einen weiteren Betrag benötigen, alle Optionen der kurativen Medizin aufzuschlüsseln.

Anforderungen in der kurativen Medizin

Normalerweise könnten Mediziner bereits nach Abschluss des zwölf Semester umfassenden Studiums schon als Arzt praktizieren und so den Karrierestart antreten. Den meisten reichen diese Ausbildung und die sich aus ihr ergebenden Möglichkeiten jedoch nicht aus – sie entschließen sich für eine Facharztausbildung nach der Approbation. Diese dauert weitere fünf Jahre, sofern sie in Vollzeit absolviert wird.

Für den Arztberuf ist neben der nötigen Fachkompetenz auch Stressresistenz gepaart mit Einfühlungsvermögen vonnöten. Patienten sind Laien, die um ihre Gesundheit besorgt sind. Aus diesem Grund wollen sie, dass man ihnen zuhört, ihnen die medizinische Situation verständlich erklärt und auf ihre Nachfragen eingeht. Für einen reibungslosen Arbeitsablauf muss darüber hinaus auch der Umgang des medizinischen Personals untereinander freundlich und von Wertschätzung geprägt sein. Patienten registrieren durchaus, ob Ärzte Teamplayer sind und wie es um die Atmosphäre in Kliniken und Praxen bestellt ist.

Gehalt in der kurativen Medizin

Ärzte gehören zu den Besserverdienern – und das hat seine Berechtigung. Schließlich muss das Gehalt genügend Anreiz bieten, sich auf ein Berufsfeld mit wenig Freizeit und einem hohen Arbeitsaufkommen einzulassen, das zudem eine exzellente Ausbildung erfordert.

Das tatsächliche Gehalt von niedergelassenen Ärzten ist nur sehr schwer feststellbar. Hier kann es von Fachbereich zu Fachbereich erhebliche Unterschiede geben. Zudem geht die eigene Praxis mit einem unternehmerischen Risiko einher, das bei den Erträgen eine große Rolle spielt, pauschal aber auch nur schwer zu bestimmen ist.

Klinikärzte besitzen gegenüber niedergelassenen Ärzten die besseren Aufstiegschancen, ihre Karriereleiter ist in der Regel steiler. Je nach Dauer der Berufstätigkeit und Weiterbildungen sind Beförderungen zum Stationsarzt, Oberarzt und schließlich Chefarzt möglich. Laut praktischarzt.de verdienen Oberärzte im Schnitt 114.000€ brutto jährlich, Chefärzte sogar 279.000€. Eine besonders gute Nachricht ist, dass sich auch Ärzte in Weiterbildung wenig Sorgen um den Lebensunterhalt machen müssen. Ihr Jahresverdienst liegt bei etwa 64.000€ brutto. Promovierte Fachärzte bekommen im Bundesdurchschnitt ein Gehalt von 84.000€.

Jobchancen in der kurativen Medizin

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Karriere als Mediziner #2: Die Arbeits- und Betriebsmedizin

Nicht immer führt der erste Weg von Arbeitnehmern zum Hausarzt. Viele Betriebe beschäftigen sog. Arbeits- oder Betriebsmediziner – wahlweise extern oder intern direkt am Unternehmensstandort.
Das Hauptaufgabengebiet von Arbeitsmedizinern sind berufsbedingte Krankheiten, beispielsweise die Schweißerlunge, Asbestose, Rücken- und Gelenkbeschwerden. Anstatt wie ein Arzt in einer Klinik bzw. Praxis Symptome und Ursachen von Krankheiten zu behandeln, ergreifen Arbeitsmediziner eher präventive Maßnahmen. Ihr Job ist demzufolge die Vorsorge: Sie schaffen ein ergonomisches Arbeitsumfeld, führen regelmäßige Gesundheitschecks mit den Beschäftigten durch und schreiten ein, wenn eine Tätigkeit gesundheitsgefährdend erscheint.

Anforderungen in der Arbeits- und Betriebsmedizin

Auch den Titel Facharzt für Arbeits- und Betriebsmedizin erhält man durch eine fünfjährige Facharztausbildung. Neben Kenntnissen in der Medizin können je nach Branche des Unternehmens, für das Sie tätig sind, auch grundlegende Kenntnisse in Chemie, Physik oder Biologie nötig sein. Wer zudem Weiterbildungen oder Seminare in den Bereichen Arbeitssicherheit und/oder Arbeitsrecht vorweisen kann, kann in der Bewerbung oder beim Vorstellungsgespräch punkten. Grundsätzlich gilt: Je mehr Know-how Sie vorweisen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie mit Ihrer Bewerbung den Weg in die erfolgreiche Karriere ebenen können.

Gehalt in der Arbeits- und Betriebsmedizin

Die meisten Arbeits- und Betriebsmediziner sind für Unternehmen tätig. Durch das Arbeitsverhältnis besteht oft auch Tarifbindung an den Arbeitgeber, was keine immensen Gehaltssprünge zulässt, sich aber dennoch lohnt.

In der Regel steigen Fachärzte für Betriebsmedizin gehaltstechnisch geringer ein als ihre Kollegen in städtischen Kliniken. Ob und wie sich an den Verhältnissen etwas ändert, hängt aber maßgeblich von Branche und Größe des Unternehmens ab. Je mehr Beschäftigte betreut werden müssen, umso größer sind auch Belastung und Verantwortung – das spiegelt dann auch die Gehaltsabrechnung wider. Bei Berufsstart betragen die Gehälter knapp 50.000€ brutto jährlich, können sich im Verlauf der Karriere aber auf 70.000 – 80.000€ einpendeln. Besteht ein außertarifliches Dienstverhältnis, kann das Gehalt frei verhandelt werden. In Führungspositionen lohnt sich das besonders – dann sind bis zu 120.000€ jährlich drin.

Jobchancen in der Arbeitsmedizin

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Karriere als Mediziner #3: Die Medizintechnik

Hörgeräte, Herzschrittmacher EKGs – Jobchancen für Mediziner ergeben sich auch im technischen Bereich, denn irgendwo müssen all diese Geräte ja herkommen. Wer den Umgang mit Patienten und den Krankenhaus- bzw. Praxisalltag scheut und gleichzeitig technikaffin ist, für den lohnt sich eventuell eine Karriere in der Medizintechnik. Diese ist theoretisch nach Abschluss des Medizinstudiums möglich, seit einigen Jahren existiert das Fach Medizintechnik aber auch als eigenständiger Bachelor- bzw. Masterstudiengang.

Entwicklung und Implementierung von Diagnose- und Behandlungsverfahren benötigen nicht nur die Expertise fähiger Ingenieure. Um sicherzustellen, dass durch die neuentwickelten Geräte und Instrumente kein Schaden am Menschen entsteht, braucht es zudem auch medizinisches Fachwissen. Medizintechniker bilden deshalb die Schnittstelle zwischen Patient, Produktentwicklern und Management.

Anforderungen in der Medizintechnik

Medizintechniker müssen gleichermaßen Kenntnisse in Anatomie, Psychologie und Biophysik besitzen und auch über ein fundiertes Wissen in Informatik, Elektrotechnik und Ingenieursmathematik verfügen.

Da der Umgang mit den Patienten entfällt, sind weniger Empathie und Einfühlungsvermögen gefragt. Dafür erfordert der Beruf aber analytisches und interdisziplinäres Denken. Interesse an technischen Fragestellungen und mathematischen Zusammenhängen sind ebenso Grundvoraussetzung.

Gehalt in der Medizintechnik

Der Medizintechniker gilt als Ingenieursberuf und wird auch in vergleichbarer Art und Weise vergütet wie der eines Elektroingenieurs oder Maschinenbauers. Im Klartext bedeutet dies, dass Medizintechniker gehaltstechnisch etwas schlechter aufgestellt sind als Ärzte. Im Schnitt liegt ihr Bruttoeinkommen zwischen 38.000 und 59.000€ jährlich.

Eine wichtige Gehaltsgrundlage bildet der Abschluss: Liegen Bachelorabsolventen zwischen 3.300 und 5.800€ im Monat, erreicht man mit dem Master in Führungspositionen und als Teamleiter bis zu 7.500€.

Jobchancen in der Medizintechnik

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Karriere als Mediziner #4: Rechtsmedizin

Halb Arzt, halb Jurist. Diese Kombination ist durchaus eine gefragte auf dem Arbeitsmarkt und bietet weitere Karrieremöglichkeiten für Mediziner. Geht es um Gesundheitsfragen, zieht die Rechtsprechung häufig medizinische Experten zur Urteilsfindung hinzu. Ganz im Stile der 90iger-Jahre-Serie „Quincy“ kann es dabei um die sog. Thanatologie gehen – dem Leichenschau und der Untersuchung von ungeklärten Todesfällen. Doch die Rechtsmedizin, auch Gerichtsmedizin oder forensische Medizin genannt, umfasst noch weitere Teilbereiche, zum Beispiel Toxikologie, Alkohologie oder Molekularbiologie. Auch Vaterschaftstests oder die Rekonstruktion von Unfällen gehören zu ihren Aufgaben.

Niedergelassene Rechtsmediziner gibt es so gut wie keine. Hauptsächlich sind Rechtsmediziner an entsprechenden Instituten für Rechtsmedizin, Krankenhäusern oder Universitätskliniken angestellt.

Anforderungen in der Rechtsmedizin

Auch die Rechtsmedizin basiert auf einer Facharztausbildung, die an das allgemeine Medizinstudium anschließt. Studierende müssen kein zusätzliches Jurastudium absolvieren, um als Rechtsmediziner praktizieren zu können. Der Beruf erfordert allerdings die häufige Kommunikation mit Juristen. Fachärzte müssen sich deshalb mit rechtlichen Grundlagen auseinandersetzen und die Sicht eines Juristen kennen und verstehen, damit keine Missverständnisse entstehen.

Der Beruf des Rechtsmediziners erfordert ganz eigene Soft Skills, wie sie in kaum einem Tätigkeitsfeld gefragt sind. Wer die Obduktion von Leichen durchführt, braucht ein außerordentliches Maß an Nervenstärke. Die Beurteilung eines Sachverhalts und das anschließende Gutachten des Rechtsmediziners haben nicht selten juristische Folgen, die für Kläger wie Beklagte schwerwiegend seinen können. Entscheidungsstärke und eine hohe Analysekompetenz sind daher unabdingbar.

Gehalt in der Rechtsmedizin

Auch Rechtsmediziner sind Angestellte, deren Gehälter tariflich geregelt sind. Die Einstiegsgehälter belaufen sich auf 3.500€ – 4.300€ brutto im Monat. Vor allem an Universitätsklinken sind die Verdienstaussichten besser, weshalb diese Stellen jedoch gefragt sind und die Bewerberanzahl sehr hoch ist.

Jobchancen in der Rechtsmedizin

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Karriere als Jurist

Ein Mitarbeiter eines Beratungsunternehmens, ein Richter, ein Rechtsanwalt und der Leiter der juristischen Abteilung eines Großunternehmens. Was haben all diese Personen miteinander gemeinsam? Sie haben Jura studiert. Das Jura-Studium bietet zahlreiche Möglichkeiten für den Berufseinstieg, nicht immer führt der Weg vom Hör- in den Gerichtssaal. Bewerbungstraining.de hat die besten Karrierechancen für Juristen einmal aufgelistet.

Juristen sind pedantisch, haben gerne Recht und sprechen ihre ganz eigene Sprache. Klischees über Jurastudenten gibt es reichlich. Bei näherer Betrachtung wird jedoch schnell klar, dass es den typischen Juristen gar nicht geben kann. Der Berufszweig ist so vielfältig wie kaum ein anderer. Im Folgenden geben wir Ihnen einen groben Überblick über die Karrieremöglichkeiten für Juristen und welche Fähigkeiten Sie mitbringen müssen, damit Ihre Bewerbung Erfolg hat.

Examensstudium vs. Bachelor und Master

Das Jurastudium im klassischen Sinne versteht sich als Examensstudium. Nach dem Bestehen beider Staatsexamen gilt man als sog. „Volljurist“. Viele Absolventen wählen dann den traditionellen Weg und entscheiden sich für eine Karriere als Rechtsanwalt, Richter oder Anwalt im Staatsdienst. Spätestens seit der Umstellung des Universitäten-Modells auf Bachelor- und Masterstudiengänge lohnt sich aber auch schon im Vorfeld der Blick in die freie Wirtschaft. Wer den Titel des Bachelor bzw. Master of Laws innehat, findet seinen beruflichen Einstieg häufig in den juristischen Abteilungen von Unternehmen.

Karriere als Jurist #1: Der Justizdienst

Entscheiden sich Jura-Studenten bewusst für den öffentlichen Dienst, streben die meisten von ihnen den sog. höheren Justizdienst an, der die Tätigkeit als Richter oder Staatsanwalt umfasst. Staatsanwälte vertreten den Staat bei Rechtsfragen und bieten Karrieremöglichkeiten für Juristen im traditionellen Sinne.
Das heißt jedoch nicht, dass sich die breite Masse für einen Werdegang im höheren Justizdienst entscheidet. Tatsächlich ist dem nicht so. Laut einer Studie der Kienbaum Consulting GmbH wird es zunehmend schwieriger, junge Juristen für den Bereich zu begeistern. Das sei vor allem deshalb besonders heikel, weil eine große Pensionierungswelle auf Gerichte und Staatsanwaltschaften zurolle. Wer sich entgegen dieses Trends für den Beruf des Staatsanwalts oder den des Richters begeistern kann, für den ist dies wohl eine gute Nachricht. Der zunehmende Personalbedarf wird die Einstiegsnoten in den kommenden Jahren sicher nicht steigen lassen.

Anforderungen im Justizdienst

Das Bewerbungsverfahren für den höheren Justizdienst steht und fällt mit den Examensnoten. Welche Institution für das Verfahren zuständig ist und welche Zugangsnoten mindestens erreicht werden müssen, obliegt den Bundesländern und kann variieren. Mal haben beide Staatsexamen für die Bewerbung Relevanz, mal nur das zweite, mal wird aus beiden Abschlussnoten die Summe gebildet und es darf eine gewisse Punktzahl nicht unterschritten sein. Grundsätzlich wird dem zweiten Examen aber mehr Bedeutung zuteil als dem ersten.
Die gute Nachricht ist, dass die magische Grenze ab einer Punktzahl von 9,0 – der sog. Vollbefriedigung – praktisch nie erreicht werden muss. Vielmehr bewegen sich die Mindestanforderungen der Noten zwischen 7,0 und 8,0 Punkten je Examensprüfung.

Allerdings werden Ihre Bewerbungsunterlagen samt Anschreiben, Nachweisen, etc. ungelesen aussortiert, sollten Sie die geforderte Punktzahl unterschreiten. Die Notenanforderungen sind kein Richtwert, sondern verbindlich und müssen zur Erfüllung aller formellen Kriterien erreicht sein.

Vor allem Richter sehen sich in ihrem Berufsalltag mit zahlreichen Konflikten konfrontiert. Bestimmtheit, aber auch ein deeskalierendes Auftreten sind essentielle Eigenschaften für den Beruf, die jedoch in keiner Jura-Vorlesung gelehrt werden. Gerade im Anwaltsberuf zählt eine Reihe von Soft-Skills. Eine souveräne Verhandlungsweise bedingt ein sicheres Auftreten. Ein guter Anwalt ist auch ein eloquenter Rhetoriker – der Umgang mit Sprache ist in der Rechtswissenschaft aber generell wichtig.

Gehalt im Justizdienst

Statistiken zufolge lässt sich bei einer Karriere im Justizdienst weniger verdienen als in der freien Wirtschaft. Dennoch sind die Gehaltsaussichten für Berufseinsteiger nach zwei bestanden Examen und Referendariat sehr positiv. Die Besoldung von Staatsdienern ist im Landesbesoldungsgesetz geregelt und kann je nach Bundesland zum Teil um mehrere hundert Euro im Monat schwanken. Auch die Größe des Gerichts und Ihr Aufgabenbereich spielen beim Gehalt eine Rolle.

Laut karista.de können Berufseinsteiger – egal ob Richter oder Staatsanwalt – mit etwa 3.500€ brutto monatlich rechnen. Spitzengehälter bewegen sich zwischen 8.500€ – 9.400€ im Monat.

Jobchancen für Juristen

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Karriere als Jurist #2: Die Rechtsanwaltschaft

Wenn Staatsanwälte die Interessen von Bund und Ländern vertreten, muss sich eine Gruppe von Juristen auch den Interessen von Privatpersonen, gemeinnützigen Vereinen und Unternehmen widmen. Dieser Aufgabe verschreiben sich Rechtsanwälte, die in allen möglichen Rechtsgebieten aktiv sind: sei es das Strafrecht, Arbeitsrecht, Erbrecht, Sozialrecht, Mietrecht oder Familienrecht.

Anforderungen in der Rechtsanwaltschaft

Viele Anwaltskanzleien erwarten von ihren Bewerbern zwei gute bis überdurchschnittliche Examensabschlüsse. Auch Vollbefriedigung bei beiden Prüfungen wird hin und wieder verlangt – diese Hürde überwinden aber nur etwa zehn Prozent aller Studierenden. Im Zuge des War for Talents haben die meisten Kanzleien aber erkannt, dass Noten allein nicht alles sind. Berufserfahrung erhöht die Jobchancen für Juristen ungemein, idealerweise nicht nur im Rechtsgebiet der vakanten Stelle, sondern auch in den angrenzenden Gebieten (zum Beispiel Urheberrechtskenntnisse im Medienrecht).
Verhandlungssichere Englischkenntnisse sind in vielen Fällen ebenso vonnöten, da Kanzleien oft international operierende Unternehmen vertreten. Es wird außerdem immer mehr auf Business-Skills Wert gelegt. Anwälte mit BWL-Kenntnissen sind gefragt wie nie. Aus diesem Grund haben Weiterbildungen einen großen Wert auf Ihre Karrierechancen. Was die rhetorischen Fähigkeiten anbelangt, gilt für Rechtsanwälte dasselbe wie für die Kollegen im Staatsdienst. Allerdings gilt ein Rechtsanwalt ein Stück weit als das Produkt seiner Kanzlei, soll heißen: er muss Mandanten akquirieren und sich ihnen gegenüber zu verkaufen wissen.

Gehalt in der Rechtsanwaltschaft

Wie der obere Absatz beweist, stellen Anwaltskanzleien hohe Ansprüche an ihre Bewerber. Dafür werden die Arbeitsplätze aber auch entsprechend vergütet. Selbst in den neuen Bundesländern können Berufseinsteiger schon mit einem Jahresgehalt von mehr als 38.000€ brutto rechnen. Spitzenreiter bei den Einstiegsgehältern ist Hessen mit durchschnittlich 56.000€ im Jahr. Anwälte mit Berufserfahrung verdienen im Durchschnitt sogar 10.000€ mehr als ihre Kollegen beim Karrierestart.

Jobchancen für Juristen Anwalt

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Kariere als Jurist #3: Die Rechtsberatung

Nicht jedes Unternehmen führt eine eigene Rechtsabteilung. Vielmehr wickeln gerade kleinere und mittelständische Betriebe ihre juristischen Angelegenheiten über externe Beratungsunternehmen ab – daraus ergibt sich ein Berufszweig für Juraabsolventen, die sich für einen Werdegang in der Gerichtsbarkeit nicht erwärmen können.
Wer den Gehaltsgipfel erklimmen will, findet diesen nach wie vor bei den großen Konzernen mit interner Rechtsberatung. Hier erwarten die Arbeitnehmer aber meistens eine große Verantwortung und ein hohes Arbeitspensum.

Anforderungen in der Rechtsberatung

Rechtsberater müssen nicht immer zwingend Volljuristen sein, in vielen Fällen genügt auch das erste Staatsexamen oder der Abschluss eines Studiums mit juristischem Schwerpunkt. Wichtig sind neben juristischer Expertise auch Branchenkenntnisse. Beratungsunternehmen agieren oft in konkreten Geschäftsfeldern, zum Beispiel dem Datenschutz oder dem Wirtschaftsrecht. Deshalb sollten Bewerber idealerweise über Berufserfahrung verfügen und/oder in ihrem Lebenslauf auf Praktika und Weiterbildungsmaßnahmen verweisen können. In unserem Bewerbungsunterlagen Check zeigen wir, wie Sie diese ideal in Ihrer Bewerbung zur Geltung kommen lassen.

Gehalt in der Rechtsberatung

Der Stellenmarkt ist innerhalb der Rechtsberatung stark umkämpft – nicht selten gehen bis zu 500 Bewerbungen auf eine Stelle ein. Vor allem Juristen mit mittelmäßigen und unterdurchschnittlichen Abschlussnoten müssen deshalb Abstriche in Sachen Jahresgehalt machen, um sich überhaupt realistische Jobchancen ausrechnen zu können. Aus diesem Grund sind gerade die Einstiegsgehälter vergleichsweise niedrig angesiedelt und variieren je nach Bundesland zwischen 2.500€ und 3.200€ monatlich. Nach oben hin bietet die Rechtsberatung aber eine Menge Spielraum. In kaum einer anderen Branche sind Noten und Zertifikate so gefragt, aber auch so lohnenswert. Gut qualifizierte Angestellte verdienen auf der höchsten Stufe der Karriereleiter zwischen 70.000 und 90.000 Euro im Jahr.

Jobchancen für Juristen Rechtsberatung

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Tipps für die Bewerbung als Jurist

Volljuristen mit vollbefriedigenden Examen können sich ihr künftiges Berufsfeld praktisch aussuchen. Doch auch für sie gibt es nach dem Studium noch immer Hürden zu überwinden – Gleiches gilt umso mehr für Alumni mit weniger guten Abschlussnoten.

Im öffentlichen Dienst – egal auf welcher Ebene – werden Sie sicher mit Einstellungstests und Bewerberauswahlverfahren konfrontiert werden. Dieser Test besteht mindestens aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Je nach Bereich kommen eventuell noch individuelle Aufgaben hinzu, zum Beispiel Assessment Center.

Bewerber in der freien Wirtschaft werden in der zweiten oder dritten Runde des Auswahlverfahrens ein Vorstellungsgespräch haben. Für den Staatsdienst sind eher Gesprächsrunden üblich. In beiden Fällen werden Sie mit Sicherheit zu Ihrer Motivation und Ihren Fähigkeiten befragt. Gehen Sie keinesfalls unvorbereitet in ein solches Gespräch, gerade wenn Sie den Anforderungen der vakanten Stelle gerade so gerecht werden, können Sie Ihre Jobchancen im Dialog noch einmal kräftig steigern – oder durch Fauxpas sämtliche Sympathien verspielen.

Karriere als Wirtschaftswissenschaftler

„Wer nichts wird, wird Wirt!“ Ein Zitat, das garantiert jeder Wirtschaftswissenschaftler mindestens einmal in seiner akademischen Laufbahn gehört haben dürfte. Dass man keinerlei Neigungen braucht, um beispielsweise im BWL-Studium erfolgreich zu sein, ist wohl ebenso wenig haltbar wie die Tatsache, dass es für Alumni in der Wirtschaft keinerlei Perspektiven gibt. Das Gegenteil ist der Fall: Wir listen die besten Branchen für WiWis auf und geben Auskunft darüber, welche Fähigkeiten Bewerber mitbringen sollten, um im jeweiligen Berufszweig Fuß zu fassen.

WiWis wussten nicht, was sie studieren sollten, also wurden sie WiWis. Damit wollen sie mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Geld verdienen. Klischees über das Studenten- und Arbeitsleben von Wirtschaftswissenschaftlern – allen voran den BWLern – gibt es zu Hauf. Heute noch zutreffend sind davon sicherlich die wenigsten: Auch als Betriebswirt kommt man nur mit viel Engagement durchs Studium – Interesse an den breitgefächerten Aufgaben- und Themengebieten vorausgesetzt. Einen gutbezahlten Job, bei dem auch die restlichen Konditionen stimmen, bekommt nur, wer sich durch besondere Fähigkeiten auszuzeichnen weiß. Skills sind gefragt: Sowohl die weichen als auch die harten Faktoren. Dabei könnte das Aufgabengebiet kaum größer sein als bei Wirtschaftswissenschaftlern. Die folgende Liste gibt Ihnen einen groben Überblick über die Themenfelder.

Bild Das alles bietet Ihnen unser Online Bewerbungstraining

Karriere Wirtschaftswissenschaftler #1: Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung

Buchungssätze, Doppelte Buchführung, Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Jahresbilanz, Konzernbilanz: Obwohl das Rechnungswesen seit jeher zu den klassischen BWL-Disziplinen gehört, ist der Bereich unter Wirtschaftswissenschaftlern beileibe nicht der gefragteste. Daraus kann sich allerdings eine Karriere für Wirtschaftswissenschaftler ergeben, die zu denjenigen gehören, die sich für Buchführung und Bilanzierung begeistern können.

Jobchancen für Wirtschaftswissenschaftler Rechnungswesen

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Anforderungen im Rechnungswesen

Viele Stellen im Bereich Rechnungswesen sind in der Finanzbranche zu finden. Weist ihr Studium eine Vertiefung in den Bereichen Bankwesen und Finanzmanagement auf, ist das deshalb sicher kein Nachteil. Gute Noten in Buchführung oder Kosten- und Leistungsrechnung sind für potenzielle Arbeitgeber ebenso ein Beleg für Ihr Interesse am Rechnungswesen. Da Sie in Ihrem Beruf häufig mit Informations- und Kommunikationstechnologie zu tun haben werden, sollten Sie über IT-Kenntnisse verfügen. Das Sammeln von unternehmensbasierten Kennzahlen allein ist nicht Ihre Aufgabe. Vor allem Controller müssen gegebene Daten auswerten und aus ihnen Rückschlüsse für die strategische Planung ziehen können. Dafür sind analytische Fähigkeiten vonnöten. Um ein Unternehmen zum Erfolg zu führen, ist zudem die Kommunikation zwischen den verschiedenen Bereichen wichtig. Da andere Ihre aus Zahlen gewonnenen Erkenntnisse letztlich umsetzen müssen, bedarf es einer guten Überzeugungsfähigkeit Ihrerseits.

Stellenangebote im Rechnungswesen

Zwar ist die Finanzbranche sicher eine gute, wenn nicht die beste, Anlaufstelle für eine Karriere im Rechnungswesen, aber sicherlich nicht die einzige. Letztlich braucht mindestens jedes mittelständische Unternehmen eine funktionierende, eigenständig agierende Buchhaltungs-Abteilung, was den Arbeitsmarkt umso vielfältiger macht. Ihre Aufgaben müssen sich aber nicht an das betriebsinterne Rechnungswesen orientieren. Viele Unternehmen, vor allem kleinere, lagern ihre Angelegenheiten im Rechnungswesen aus. Daraus ergeben sich auch Stellen im Dienstleistungsbereich, beispielsweise in der Unternehmensberatung.

Gehalt im Rechnungswesen

Eine Karriere im Rechnungswesen kann sich lohnen. Im Bundesdurchschnitt verdienen Arbeitnehmer im Rechnungswesen 4.184€ brutto monatlich. Das Gehalt kann aber regional und je nach Größe des Betriebes stark schwanken. Wenig überraschend dürfte sein, dass Hessen bei den Bruttolöhnen die Nase vorn hat – immerhin befindet sich in Frankfurt am Main das Herz der Finanzbranche.

Karriere als Wirtschaftswissenschaftler #2: Marketing

Spätestens seit sich das Marketing als Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaften fest etabliert hat, gehört das Klischee vom trockenen BWL-Studium der Vergangenheit an. Das Spektrum des Marketings ist breit gefächert und vor allem für kreative Absolventen eine Alternative zum Zahlen-lastigen Rechnungswesen.

Anforderungen im Marketing

Marketer übernehmen häufig redaktionelle Aufgaben, die einen sicheren Umgang mit Suchmaschinen, Web-Diensten und Office-Anwendungen voraussetzen. Zudem müssen sie sich unter Umständen in Themen einarbeiten, die für sie bis dato fremd sind. Recherchierte Inhalte in ansprechender Form aufzubereiten, erfordert Einiges an Redegewandtheit und Vorstellungskraft. Selten arbeitet ein Marketer allein – bei großen Unternehmen ist das so gut wie nie der Fall. Daher sind auch Teamfähigkeit und soziale Kompetenz für eine langfristig zufriedenstellende Zusammenarbeit wichtig.

Jobchancen für Wirtschaftswissenschaftler Marketing

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Stellenangebote im Marketing

Event Marketing bezeichnet die zielgerichtete Planung und Gestaltung von Veranstaltungen und ist unter Alumni der Wirtschaftswissenschaften besonders gefragt. Leider sind Stellenangebote diesbezüglich rar und vorwiegend in entsprechenden Marketing-Agenturen zu finden. Mit dem Aufschwung der sozialen Medien haben sich aber auch im Marketing neue Karrierechancen für Wirtschaftswissenschaftler ergeben. Vor allem Social Media und Content Marketing Manager sind bei Unternehmen verschiedenster Größen begehrt, da diese in der Regel auch eine Online-Präsenz haben. In der jüngeren Vergangenheit stieß darüber hinaus noch das Influencer-Marketing hinzu, dessen Ziel es ist, die Reichweite von Unternehmen durch Multiplikatoren und Meinungsmacher zu erhöhen.

Gehalt im Marketing

Da Marketing bei Absolventen so ein gefragtes Feld ist, müssen gerade Berufsanfänger beim Gehalt Abstriche machen. Durchschnittlich erhält ein Marketing Manager 3.188€ brutto monatlich, verglichen mit anderen Gebieten der Wirtschaftswissenschaften eher ein geringerer Lohn. Dafür sind die Stellen in Sachen Work-Life-Balance attraktiv und bieten meistens die Option auf flexible Arbeitszeiten und/oder Home-Office. Gerade das macht sie unter Generation X- und Y-Vertretern so beliebt. Wie hoch ein Gehalt im Marketing letztlich genau ausfällt, dass hängt auch maßgeblich von der Branche des Unternehmens ab, in das Sie einsteigen. Gerade bei Unternehmen aus den Bereichen Automotive, der Pharmaindustrie oder Maschinen- und Anlagenbau lassen sich oft deutlich mehr als 40.000€ Jahres-Brutto verdienen. Auch die Unternehmensgröße spielt für Marketer einer Rolle.

Karriere Wirtschaftswissenschaftler #3: Personalwesen

War for Talents, demografische Entwicklung und ein flexibles Arbeitszeitmodell: Im Personalwesen sind spannende Entwicklungen im Gange, die auch Absolventen der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten nicht entgehen. Viele Studenten sehen im Personalwesen am ehesten die Chance, einen echten Mehrwert für das eigene Unternehmen zu schaffen. Immerhin setzt die Disziplin direkt beim wichtigsten Gut des Arbeitgebers an – dem Mitarbeiter.

Anforderungen im Personalwesen

Es existieren teilweise sehr skurrile Vorstellungen zum Anforderungsprofil eines Personalers. Das Lesen von Bewerbungen und Führen von Bewerbungs- und Mitarbeitergesprächen wird gern auf die leichte Schulter genommen. Dabei erfordern gerade diese Tätigkeiten enormes Fingerspitzengefühl. Vor allem in großen Betrieben haben HR-Manager selten Einblick in alle Abläufe des Unternehmens – da den idealen Bewerber zu finden und unter zahlreichen Einsendungen nicht die entscheidenden Nuancen zu übersehen, kann eine Herkulesaufgabe sein. Der HR-Bereich stellt häufig auch den Vermittler zwischen Führungs- und operativer Ebene dar. Deshalb sind Soft Skills so wichtig wie nirgendwo sonst. Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie ein gutes Verhandlungsgeschick sind von großer Bedeutung. Da das Human Ressource Management auch die Aus- und Weiterbildung verantwortet und dafür Sorge trägt, dass Personal möglichst effizient genutzt wird, sind planerisches Denken und Analytik gefragt. Kenntnisse im Arbeitsrecht sind für die Schließung von Arbeitsverträgen ebenso wichtig.

Jobchancen für Wirtschaftswissenschaftler Personalwesen

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Stellenangebote im Personalwesen

In kleinen Unternehmen ist HRM wenig bis gar nicht umgesetzt, deshalb finden Sie Positionen im Personalwesen vorwiegend in Großbetrieben und im Mittelstand aller Branchen. Die Aufgaben und die sich daraus ergebenden Jobchancen für Wirtschaftswissenschaftler sind dabei vielschichtig. Sie reichen vom Sachbearbeiter für Lohn- und Gehaltsabrechnung, über den betriebsinternen Personalreferenten bis hin zum Dienstleistungsbereich, beispielsweise der Arbeitnehmerüberlassung.

Gehalt im Personalwesen

Im Personalwesen hängt das Gehalt streng vom jeweiligen Aufgaben- und Verantwortungsbereich ab. Wer häufig befördert wird, verdient auch deutlich mehr – hat mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit aber ein wesentlich höheres Arbeitspensum. Im bundesweiten Mittel verdienen Angestellte im Personalwesen 3.323€ brutto monatlich. Ein Masterabschluss kann sich besonders positiv auf das Gehalt auswirken. Liegt das durchschnittliche Jahres-Brutto bei Bachelor-Absolventen noch bei 36.000€, erzielen Personaler mit Master bis zu 43.000€ jährlich.

Karriere als Wirtschaftswissenschaftler #4: Logistik

Einkaufs- und Absatzpreise diverser Güter unterliegen oft starken Schwankungen. Gutes Timing und umsichtiges Verhandeln können den Betrieben deshalb echtes Geld sparen –was Mitarbeiter des Ein- und Verkaufs zu wichtigen Stützen eines wirtschaftlichen Unternehmens macht. Nicht zuletzt deshalb sind Stellen im Logistik-Bereich besonders lukrative Arbeitsplätze.

Jobchancen für Wirtschaftswissenschaftler Logistik

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Anforderungen in der Logistik

Für Mitarbeiter im Einkauf und Vertrieb sind in erster Linie Sprachkenntnisse enorm gefragt. Nur wer Englisch verhandlungssicher beherrscht, hat wirklich gute Chancen bei der Bewerbung. Idealerweise beherrschen Sie noch eine weitere Fremdsprache – je mehr desto besser. Selbst wenn ein Unternehmen seine Waren nicht global vertreibt, könnte zumindest die Ressourcenbeschaffung auf Internationen Märkten vonstattengehen. Für die effiziente Einfuhr von Fertigungsmaterial sind allerhand Variablen zu berücksichtigen, zum Beispiel Lagerkapazitäten und Anfahrtswege. Aus diesem Grund ist kalkulatorisches Können wichtig. Eine selbstständige Arbeitsweise, aber auch Teamfähigkeit und Kundenorientierung sind essentielle Soft Skills in der Materialwirtschaft. Logistiker müssen außerdem über Branchenkenntnis verfügen. Welche Anbieter haben das geforderte Rohmaterial im Sortiment? Sind künftig Lieferengpässe oder Preissteigerungen zu erwarten? Kann das eigene Unternehmen von Lieferrabatten oder Skonti profitieren? Alles Fragen, die gerade Berufseinsteiger selten beantworten können. Aus diesem Grund erhöhen vor allem Praktika oder eine vorangegangene Berufsausbildung, beispielsweise als Industriekaufmann/-Kauffrau, die Chancen auf eine Karriere in der Logistik nach dem Studium enorm. Das gilt letztlich für alle Bereiche – doch für die Logistik im Besonderen.

Stellenangebote in der Logistik

Stellen in der Logistik finden sich vorwiegend im sekundären Sektor. Zwar gibt es den Vertrieb auch im Dienstleistungsbereich, dieser hat aber eher etwas mit Kundenbetreuung und wenig mit der Kerndisziplin der Logistik – der Materialwirtschaft – zu tun. Im produzierenden Gewerbe sind im Grunde alle Branchen auf Beschaffungs- und Absatzmärkten aktiv. Die Folge sind vielfältige Jobchancen für Wirtschaftswissenschaftler, die sich nicht nur auf Großkonzerne beschränken. Auch mittelständische und kleinere Unternehmen betreiben häufig eine eigenständig agierende Abteilung für Einkauf und Vertrieb.

Gehalt in der Logistik

Der Logistik-Bereich regelt das Ressourcen-Management des Unternehmens. Wird Rohmaterial nicht rechtzeitig beschafft, kommt die Fertigung zum Erliegen. Auf Absatzmarkt-Seite drohen Lagerengpässe und Umsatzausfälle, wenn Fertigerzeugnisse nicht verkauft werden. Es wäre daher nicht übertrieben, zu behaupten, dass die Logistik ein Unternehmen am Laufen hält und Mitarbeiter dieses Bereiches Einiges an Verantwortung tragen. Diese Verantwortung wirkt sich natürlich positiv auf die Gehaltsabrechnung aus. Das durchschnittliche Monatsgehalt beträgt 3.556€. Gerade wer beim Vorstellungsgespräch auf Praktika, Weiterbildungen und Werksstudententätigkeiten verweisen kann, hat bei der Gehaltsverhandlung gute Argumente. Allerdings hat die Größe des Unternehmens einen sehr starken Einfluss auf das Gehalt – im Mittel zahlt ein Arbeitgeber mit mehr als 1.000 Beschäftigten bis zu 6.000€ jährlich mehr.

Karriere: Allgemeine Tipps, mit denen Sie Ihre Jobchancen zu erhöhen

Gestalten Sie ein Deckblatt

Dass Ihre Bewerbung allein durch ihren Inhalt zu Überzeigen weiß, ist höchstwahrscheinlich ein Irrtum. Natürlich sollte dieser beim Adressaten im Vordergrund stehen, ein ansprechender Aufbau motiviert den Personalreferenten aber erst zum Lesen und ist daher ebenso wichtig.

Anschreiben: Wichtige Eckpunkte

Für das Anschreiben muss eine einzige Seite reichen, den potenziellen Arbeitgeber von den eigenen, individuellen Fähigkeiten zu überzeugen. Das Stichwort lautet hierbei „individuell“. Greifen Sie Anforderungen aus der beschrieben Stelle heraus, die Sie auf Grund Ihres Werdeganges und Interessen bewältigen können. Auch die Motivation, warum Sie sich auf die Vakanz bewerben, spielt eine entscheidende Rolle, bei Sie sich unter keinen Umständen in nichtssagenden Floskeln verlieren sollten.

Ihr Bewerbungsanschreiben sollte Sie aus der Masse hervorheben

Im Gegensatz zum Deckblatt ist das Bewerbungsanschreiben fester Bestandteil einer vollständigen Bewerbung. Ziel des Anschreibens ist es, Sie aus der breiten Masse an Bewerbern besonders hervorstechen zu lassen. Dafür dürfen Sie keinem standardisierten Skript folgen, indem Sie nichtsagende Floskeln verwenden. Jede Bewerbung erfordert aufs Neue eine Auseinandersetzung mit dem Unternehmen, den gestellten Aufgaben und sich selbst. Teilen Sie bereits gewonnene Erfahrungen und Eindrücke mit und stellen Sie klar, warum Sie für die jeweilige Position am besten geeignet sind.

Besonderes Hervorstechen kann nicht nur im positiven Sinne geschehen! Gerade das Anschreiben unterliegt einem strikten Aufbau, beispielsweise die Nennung der eigenen Adressdaten und der des Empfängers oder die Länge, die sich auf eine DIN-A4-Seite beschränkt. Fauxpas bei der Struktur Ihres Anschreibens lassen Sie vermutlich direkt aus der Runde der für den Arbeitgeber interessanten Kandidaten ausscheiden.

Lebenslauf: Das sollten Sie beachten

Der Lebenslauf bietet Ihnen Platz für Ihre schulische und berufliche Ausbildung. Die Aufzählung nehmen Sie am besten in umgekehrt chronologischer Reihenfolge vor. Dabei genügt es nicht, nur die Bildungseinrichtung bzw. den Standort Ihres Arbeitgebers zu nennen. Viel entscheidender sind Ihre Aufgaben, auch die sollten Sie unbedingt erwähnen und mit wenigen Stichpunkten umreißen.
In einem Unterpunkt sollten Ihre Weiterbildungen und Praktika Erwähnung finden. Akademiker, die gerade erst das Studium beendet haben, haben vielleicht noch nicht allzu viel Berufserfahrung vorzuweisen. Sie können aber mit Zusatzqualifikationen punkten. Auch hier sollten Sie sich auf für die Position relevante Aspekte beschränken. Ein Seminar, das Sie vor acht Jahren in einem Bereich absolviert haben, der mit der vakanten Stelle nichts gemein hat, wird wenig Anklang finden.

Tipp: Sollten Sie bei Ihren Weiterbildungskursen Zeugnisse oder Zertifikate erworben haben, sollten diese über den Anhang unbedingt den Weg in die Bewerbung finden.
Auch wenn Ihre Hobbys nichts oder allenfalls indirekt mit Ihrem Arbeitsplatz in spe zu tun haben, können Sie auch diese erwähnen. Sind Sie beispielsweise ehrenamtlich in einem allgemeinnützigen Verein tätig, zeugt dies von Engagement. Vielleicht teilt der Personaler ja Ihr Interesse für die eine oder andere Ihrer Freizeitaktivitäten – dann sind Sie mit ihm womöglich auf derselben Wellenlänge und wirken direkt sympathisch. Auch wenn dem nicht so sein sollte: Diese Sparte freizulassen zeugt von wenig Interesse und gehört deshalb zu den häufigsten Fehlern im Lebenslauf.

Jobchancen für Wirtschaftswissenschaftler

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Vorstellungsgespräch

Vor einem Vorstellungsgespräch sollten Sie sich einige Gedanken machen: Diese betreffen Ihr Outfit, die vakante Stelle, den Arbeitgeber und natürlich Sie selbst.
Natürlich steht bei Ihrer Bewerbung Ihr Fachwissen im Vordergrund, dennoch senden Sie ein schlechtes Signal, wenn Sie ungemessen gekleidet zum Vorstellungsgespräch erscheinen. Konservative Unternehmen legen häufig Wert auf den Business-Look, das muss aber nicht überall der Fall sein.

Über das Unternehmen, für das Sie sich Bewerben, sollten Sie zumindest etwas Bescheid wissen. Niemand verlangt, dass Sie die komplette Historie runter beten können, aber die Kernkompetenzen und die wichtigsten Produkte sollen Sie kennen. Gute Anlaufstellen für die Recherche sind hierbei die Unternehmenswebsites.

An irgendeiner Stelle im Vorstellungsgespräch werden Sie auch Gelegenheit haben, das Wort zu ergreifen und einige Fragen an den Personalreferenten zu richten. Wenn Sie keine Fragen haben, wirken Sie desinteressiert. Aufstiegschancen, Weiterbildungsmöglichkeiten oder der Ablauf der Einarbeitung sind Themen, die Sie ansprechen könnten.

Erhöhen Sie ihre Karriereaussichten mit einem professionellen Bewerbungstraining

Mit den obenstehenden Tipps haben wir Ihnen das notwendige Handwerkszeug gegeben, das Sie benötigen, um gut durch den Bewerbungsprozess zu kommen. Mit unserem professionellen Bewerbungstraining haben Sie darüber hinaus die Möglichkeit, das Beste aus sich rauszuholen und so einen großen Schritt in Richtung Ihrer Traumkarriere zu unternehmen.

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Über den Autor

Alexander Reschke ist ein renommierter Bewerbungstrainer, Gründer von Bewerbungstraining.de und Autor des erfolgreichen Bewerbungs-Ratgebers "Geheime Strategien erfolgreicher Bewerber". Seine Passion ist es, Bewerber auf ihrem Weg zum Job tatkräftig zu unterstützen. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit Reisen durch die sonnigen Teile dieser Welt und Kartsport.