Du willst dich für ein Praktikum bewerben und fragst dich, wie Anschreiben, Lebenslauf und Co. wirklich überzeugen? Hier bekommst du praxiserprobte Tipps und konkrete Muster für deine Bewerbung für ein Praktikum – Schritt für Schritt, ohne Floskeln. Wenn du diese Hinweise beachtest, hast du gute Chancen auf eine Einladung.
Kurz gesagt: Eine Bewerbung für ein Praktikum besteht in der Regel aus Anschreiben, Lebenslauf und – je nach Stelle – einem Deckblatt sowie relevanten Zeugnissen. Hast du noch wenig Praxiserfahrung, zählt vor allem eines: deine Motivation und der konkrete Bezug zum Unternehmen/Arbeitgeber.
Der Zweck eines Praktikums
Bevor wir zu Tipps und Mustern kommen, lohnt ein kurzer Blick auf den eigentlichen Sinn eines Praktikums: Als Praktikant:in findest du schnell heraus, ob ein Beruf oder ein Unternehmen wirklich zu dir passt. Du sammelst praktische Berufserfahrung und lernst, wie die Zusammenarbeit im Team funktioniert. Auch das eigenständige Erledigen fachspezifischer Aufgaben gehört zum Lernprozess. Dein theoretisches Wissen festigt sich durch die praktische Arbeit. So erfährst du, worin deine wahren Stärken liegen – und knüpfst nebenbei vielleicht ein paar wichtige Kontakte für die Zukunft.
Nachteilig ist im Grunde nur ein Punkt: Praktikant:innen werden in der Regel nicht besonders gut bezahlt, obwohl sie oft Aufgaben von Festangestellten übernehmen. Dabei gilt eine wesentliche Unterscheidung zwischen Pflichtpraktika und freiwilligen Praktika: Bei einem Pflichtpraktikum besteht in der Regel kein Anspruch auf eine Vergütung. Bei einem freiwilligen Praktikum greift dagegen häufig der gesetzliche Mindestlohn – mehr dazu weiter unten.
Trotzdem: Für viele Berufseinsteiger:innen führt ein Praktikum direkt in die erste Festanstellung. Sieh Praktika deshalb als Investition in dein Berufsleben und bewirb dich schon während der Schulzeit oder im Studium so früh wie möglich um eine Stelle. Denn je mehr Praktika du absolviert hast, desto stärker ist später dein Lebenslauf – und desto besser deine Ausgangsposition für die nächste Bewerbung.
Jobportale sind die erste Anlaufstelle
Für viele Schüler:innen und Studierende sind Jobportale die erste Anlaufstelle bei der Praktikumssuche. Dabei unterscheidet man zwischen allgemeinen Stellenportalen (alle Arten von Arbeitsverhältnissen) und spezifischen Portalen (ausschließlich Praktikumsanzeigen).
Allgemeine Stellenportale:
- Jobbörse StepStone
- Jobbörse Bundesagentur für Arbeit
- Jobbörse Monster.de
- Jobbörse LinkedIn
- Jobbörse XING
Spezifische Stellenportale für Praktika:
Eine weitere Möglichkeit, den passenden Platz zu finden, ist – falls vorhanden – das Praktikumsarchiv deiner Hochschule oder Schule. Im besten Fall stößt du hier sogar auf Erfahrungsberichte ehemaliger Praktikant:innen, die dir die Wahl erleichtern. Erfahrungsberichte findest du außerdem auf Portalen wie kununu.de.
Du hast ein bestimmtes Unternehmen im Auge, aber dort ist keine Stelle ausgeschrieben? Dann frag – ähnlich wie bei einer Initiativbewerbung – direkt bei deinem Wunsch-Arbeitgeber nach, ob du eine Bewerbung für ein Praktikum schicken darfst. Eine Praktikumsstelle muss nämlich nicht immer öffentlich ausgeschrieben sein. Aus unserer Erfahrung als Personaler:innen wissen wir: Ein großer Teil der Stellen wird nie öffentlich ausgeschrieben, sondern über den verdeckten Stellenmarkt besetzt. Eine freundliche Nachfrage kann sich also wirklich lohnen.
Das Anschreiben: Zeig vor allem deine Motivation
Der formale Aufbau
Der formale Aufbau des Anschreibens entspricht dem eines üblichen Bewerbungsanschreibens. Die Kopfzeile enthält deine persönlichen Daten: Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Darunter folgen die Angaben zum Unternehmen: Firmenname, Ansprechpartner:in und Anschrift. Oft werden Ort und Datum vergessen, obwohl sie standardmäßig ins Anschreiben gehören.
Nach einigen Zeilen Abstand kommt die Betreffzeile. Hier machst du deutlich, dass es sich um eine Bewerbung für ein Praktikum handelt – am besten fett markiert. Wichtig: Die meisten Unternehmen bieten Praktika in verschiedenen Bereichen an. Um der Personalabteilung Arbeit zu ersparen, gestaltest du den Betreff so konkret wie möglich. Nenne die Abteilung, den Zeitraum und die Art des Praktikums (Praktikum, Pflichtpraktikum oder Schülerpraktikum).
Beispiel:
„Bewerbung um ein Praktikum im Vertrieb vom 01.04.20xx – 01.10.20xx“ oder „Bewerbung für ein Pflichtpraktikum im Bereich IT-Sicherheit vom 01.04.20xx – 01.10.20xx“.
Der Inhalt
Jetzt geht es an den inhaltlichen Teil. Ist in der Stellenanzeige kein:e Ansprechpartner:in genannt, frag vorab kurz per Mail oder Telefon nach. Ein unpersönliches „Sehr geehrte Damen und Herren“ solltest du nach Möglichkeit vermeiden. Beginne dann mit einem ersten Satz, der erklärt, warum dich genau dieses Praktikum interessiert. Aus diesem Satz liest die Personalabteilung sofort heraus, wie hoch dein Interesse an der Stelle ist.
Im zweiten Abschnitt deiner Praktikumsbewerbung geht es um deine Qualifikationen. Hast du bereits Praktika in ähnlichen Bereichen gemacht? Super – dann beschreibe, welche Kenntnisse du dabei erworben und welche Aufgaben du übernommen hast. Hast du noch kaum Praxiserfahrung, ist deine Motivation umso wichtiger. Überleg dir, wo deine Stärken liegen und was du damit ins Unternehmen einbringst. Was bringst du aus deinem Schul- oder Studienfach an Fähigkeiten mit? Welche deiner Hobbys oder Freizeitaktivitäten passen zum Tätigkeitsbereich? Welche Computerkenntnisse hast du? Warst oder bist du in einer Studierendeninitiative aktiv? Welche Sprachkenntnisse bringst du mit, und welche im Sportverein gesammelten Soft Skills (z. B. Teamgeist) passen ins Anforderungsprofil? Punkte ruhig auch mit deinen persönlichen Fähigkeiten und positiven Eigenschaften.
Aus unserer Erfahrung als Personaler:innen: Gerade bei Schüler- und Studienpraktika zählt die spürbare Motivation oft mehr als eine lange Liste an Qualifikationen. Wer ehrlich begründet, warum er genau hier mitarbeiten will, bleibt im Kopf.
Hast du Weiterbildungen absolviert? Dann erwähne sie und füge eventuelle Zertifikate als Anhang bei. Je mehr Zusatzqualifikationen du vorweisen kannst, desto kompetenter wirkst du – und desto größer ist später dein Spielraum bei Gehaltsverhandlungen.
Der nächste Abschnitt begründet deine Motivation für genau diesen Arbeitgeber. Informier dich auf der Website, in den Social-Media-Kanälen oder in Presseberichten über das Unternehmen. Gefällt dir das Engagement, ein bestimmtes Projekt oder Produkt? Konkrete Aussagen, warum du dich ausgerechnet für diese Stelle bewirbst, machen deine Bewerbung deutlich stärker.
Wenn nötig, folgen zum Schluss Angaben zum frühestmöglichen Eintrittstermin und dazu, ob es sich um ein Pflichtpraktikum oder ein freiwilliges Praktikum handelt. Der letzte Satz zeigt, dass du dich auf ein persönliches Gespräch freust – formuliere ihn selbstbewusst und ohne unnötige Weichmacher. Die Unterschrift bildet den Abschluss.
Muster: Anschreiben für die Bewerbung um ein Schülerpraktikum
Damit die Tipps greifbar werden, findest du hier ein Muster bzw. Beispiel. Die Anschreiben-Vorlage für die Bewerbung für ein Praktikum kannst du dir gern auf deinem Rechner abspeichern.
Bitte nimm das Muster nur als Anregung und schreib es nicht komplett ab. Jede Bewerbung – egal ob für ein Praktikum oder eine Festanstellung – sollte eine individuelle Note haben. Richte dein Anschreiben ganz konkret auf das jeweilige Unternehmen aus.
Bewerbung um ein Schülerpraktikum: Muster Anschreiben
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Lebenslauf: Wichtig ist die Gliederung
Auch beim Lebenslauf gibt es keine Abweichungen bei den Formalien gegenüber einer üblichen Bewerbung. Hier findest du Tipps, was du bei den Formalien deines Lebenslaufes beachten solltest.
Inhaltlich gibt es beim Punkt Praxiserfahrung Unterschiede. Auch ohne eine lange Liste praktischer Erfahrungen kannst du mit deinem Lebenslauf überzeugen. Wichtig ist, dass alle relevanten Informationen enthalten sind und keine Lücken auftauchen.
Teile deinen Lebenslauf in klar erkennbare Abschnitte, beginnend mit den persönlichen Daten. Weitere Abschnitte deiner Bewerbung für ein Praktikum sind: Ausbildung, (Praxiserfahrung,) Auslandsaufenthalte, weitere Qualifikationen sowie Interessen & Hobbys. Unter Praxiserfahrung kannst du auch kleine Praktika, Nebenjobs oder ehrenamtliche Tätigkeiten nennen. Unter weitere Qualifikationen führst du z. B. EDV-Kenntnisse, Fremdsprachen oder relevante Fort- und Weiterbildungen auf. Versuch, bei der Beschreibung der Tätigkeiten auf die Anforderungen der Stellenbeschreibung einzugehen. Und ganz wichtig: Die Aufzählung erfolgt stets antichronologisch – die aktuellste Tätigkeit steht ganz oben, ältere darunter.
Muster: Lebenslauf für die Bewerbung um ein Schülerpraktikum
Auch für den Lebenslauf bekommst du hier ein Muster für deine Praktikumsbewerbung an die Hand. Das Beispiel orientiert sich an einer Studentin der Kunstgeschichte, die sich für ein Praktikum bewerben möchte.
Lebenslauf Vorlage für die Bewerbung für ein Praktikum im Studium Kunstgeschichte
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Grundsätzlich empfehlen wir dir, neben Anschreiben und Lebenslauf auch immer ein Deckblatt mit Bewerbungsfoto zu gestalten. Ausführliche Tipps für das Deckblatt einer Bewerbung haben wir hier für dich zusammengefasst.
Vermeide formale Fehler
Viele Bewerbungen scheitern schon beim ersten Blick der Personalabteilung – häufig an simplen formalen Fehlern, die direkt über die Einladung zum Gespräch entscheiden. Lass deine Bewerbung daher vor dem Versand noch einmal durch die Rechtschreibprüfung deines Schreibprogramms laufen und bitte zusätzlich ein bis zwei Bekannte ums Korrekturlesen.
Versand: E-Mail-Bewerbung oder klassisch per Post?
Bei der Versandart gilt: Beachte immer, was in der Stellenausschreibung steht. Der Großteil bevorzugt heute die E-Mail-Bewerbung. Sie ist nicht nur für die Personalabteilung leichter zu bearbeiten, auch für dich ist der Aufwand geringer. Wie die perfekte E-Mail-Bewerbung entsteht, haben wir ausführlich in einem anderen Blogartikel beschrieben. Die Reihenfolge der Unterlagen bei Online-Bewerbungen ist: Deckblatt, Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse/Referenzen.
Wird die Bewerbung für ein Praktikum per Post verlangt, berücksichtige auch diese Variante. Wichtig ist eine hohe Druckqualität der Unterlagen. Die Bewerbungsmappe sollte schlicht, aber hochwertig sein. Die Reihenfolge: Das Anschreiben liegt oben auf der Mappe, eingeheftet folgen Deckblatt, Lebenslauf und Zeugnisse.

Pflichtpraktikum oder freiwilliges Praktikum?
Die oben beschriebenen Tipps gelten für ein freiwilliges Praktikum genauso wie für ein Pflichtpraktikum. In beiden Fällen solltest du dir die nötige Zeit für eine sorgfältige Bewerbung nehmen. Bei einem Pflichtpraktikum kommt es durchaus vor, dass du von deiner Hochschule oder Universität eine Bewerbungsvorlage erhältst. Diese enthält oft viele administrative Angaben, um den Vorgang zu beschleunigen. Trotzdem solltest du ein zusätzliches, individuelles Anschreiben verfassen – das zeigt echtes Interesse an der Stelle.
Zum Schluss noch die wichtigsten Unterschiede zwischen Pflichtpraktikum und freiwilligem Praktikum – vor allem bei der oft gestellten Frage nach der Praktikumsvergütung:
- Freiwilliges Praktikum: Hier greift in der Regel der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 € brutto pro Stunde (Stand: Januar 2026; zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 €). Anspruch besteht vor allem, wenn das Praktikum länger als drei Monate dauert, keinen Bezug zu einer Ausbildung hat oder nach einem abgeschlossenen Studium bzw. einer abgeschlossenen Ausbildung absolviert wird. Ein freiwilliges Praktikum dieser Art ist arbeitsrechtlich einem regulären Arbeitsverhältnis ähnlich – dir stehen dann meist auch bezahlter Urlaub und ein Arbeitszeugnis zu.
- Pflichtpraktikum: Ist es in deiner Schul-, Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben, gilt der Mindestlohn in der Regel nicht. Hier zählen die Regelungen im Praktikumsvertrag bzw. in der jeweiligen Ordnung. Das klingt zunächst ungerecht – aber wenn du vor Vertragsabschluss das Gespräch suchst und deine Konditionen aushandelst, kannst du dir oft ähnliche Vorteile sichern.
Gut zu wissen: Der Mindestlohn greift nicht in jedem Fall. Ausgenommen sind unter anderem kurze freiwillige Orientierungspraktika bis zu drei Monaten sowie Minderjährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Im Zweifel hilft ein Blick in die aktuelle Regelung des Mindestlohngesetzes – oder eine kurze Rückfrage beim Unternehmen.
Fazit zur Bewerbung für ein Praktikum
Im Grunde gibt es für die Bewerbung für ein Praktikum keine völlig neuen Regeln. Die Unterschiede liegen vor allem im Inhalt. Und genau hier kannst du punkten: mit deiner ehrlichen Motivation für die Praktikumsstelle und das Unternehmen. Egal ob Pflichtpraktikum oder freiwilliges Praktikum – dein wichtigstes Ziel ist es, neue praktische Einblicke in deinen künftigen Beruf zu gewinnen. Mit einer sorgfältigen, individuellen Bewerbung legst du dafür den besten Grundstein.
Gerne unterstützen wir dich mit unserem Bewerbungscoaching bei deiner Bewerbung.
Häufige Fragen zur Bewerbung für ein Praktikum
Was gehört in eine Bewerbung für ein Praktikum?
In der Regel Anschreiben und Lebenslauf, je nach Stelle ergänzt um ein Deckblatt sowie relevante Zeugnisse oder Zertifikate. Hast du wenig Praxiserfahrung, sind deine Motivation und der Bezug zum Unternehmen entscheidend.
Bekomme ich im Praktikum den Mindestlohn?
Bei einem freiwilligen Praktikum gilt der Mindestlohn (13,90 € brutto/Std., Stand Januar 2026) vor allem, wenn es länger als drei Monate dauert oder nach abgeschlossener Ausbildung stattfindet. Pflichtpraktika sind in der Regel ausgenommen.
Wie schreibe ich die Betreffzeile bei einer Praktikumsbewerbung?
So konkret wie möglich: Nenne Art des Praktikums, Abteilung und Zeitraum, z. B. „Bewerbung um ein Praktikum im Vertrieb vom 01.04. – 01.10.20xx“.
Kann ich mich auch ohne Stellenausschreibung für ein Praktikum bewerben?
Ja. Viele Stellen werden nie öffentlich ausgeschrieben. Frag deinen Wunsch-Arbeitgeber direkt – ähnlich wie bei einer Initiativbewerbung –, ob du eine Bewerbung schicken darfst.
Was ist wichtiger: Qualifikation oder Motivation?
Bei Schüler- und Studienpraktika zählt oft die Motivation mehr als eine lange Qualifikationsliste. Begründe ehrlich, warum du genau hier mitarbeiten willst.
Bildquelle: Vielen Dank an sasint für das Bild (© sasint/www.pixabay.com).
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