Lebenslauf schreiben: Aufbau, Formalien, Layout, Vorlage & Muster

Von Alexander Reschke | Bewerbungstipps

Mrz 28
Lebenslauf schreiben

Worauf müssen Sie beim Lebenslauf schreiben achten? Vom Aufbau über die Formatierung bis hin zur inhaltlichen Struktur: wir zeigen Ihnen, wie Sie einen optimalen Lebenslauf schreiben und welche Kriterien Sie bei einer Lebenslauf Vorlage beachten müssen.

Der Lebenslauf ist ein wichtiger Bestandteil des Bewerbungsschreibens und wird in der Mappe direkt nach dem Bewerbungsanschrieben angeordnet. Ziel ist es,  auf einen Blick mit den eigenen Qualitäten zu überzeugen. Aber welche Angaben werden beim Lebenslauf schreiben gemacht? Welche Formalien sind einzuhalten? Wir klären diese Fragen und geben Ihnen eine allgemeine Lebenslauf  Vorlage an die Hand.

Lebenslauf schreiben: Was ist ein Lebenslauf?

Der Lebenslauf gibt einen Überblick über Ihre bisherige berufliche Laufbahn, listet Ihre dort ausgeübten Tätigkeiten auf, zeigt Ihren Ausbildungsweg und präsentiert Ihre weiterführenden Qualifikationen, z.B. durch Weiterbildungen, Sprachkurse oder EDV Seminare. Wenn sie einen Lebenslauf schreiben, enthält dieser üblicherweise Informationen über Ihre Hobbys und Engagements.

Der Personaler erhält somit eine kompakte Übersicht über den Bewerber. Gerade im Hinblick auf die kurze Zeit, die die Personalverantwortlichen für gewöhnlich für die Sichtung der einzelnen Bewerbungsschreiben investieren, ist der Lebenslauf neben dem Anschreiben das wichtigste Dokument, um von Ihnen, Ihren Fähigkeiten und Kenntnissen zu überzeugen. Der Personaler nutzt dieses Dokument, um Ihr Profil mit den Anforderungen der zu besetzenden Stelle abzugleichen.

Lebenslauf erstellen: Welche Programme Sie nutzen können

Einen Lebenslauf können Sie sehr einfach mit Word erstellen. Bei aktuelleren Word-Versionen finden Sie bereits eine Lebenslauf Vorlage, die Sie für Ihre Zwecke individualisieren können. Alternativ bietet das Internet zahlreiche Varianten für ein Lebenslauf Muster, das Sie sich in der Regel ganz einfach herunterladen können. Wenn Sie kein Microsoft Word  für das Lebenslauf schreiben zur Verfügung stehen haben, können Sie aber auch mit anderen Textverarbeitungsprogrammen wie OpenOffice oder LibreOffice arbeiten.

Lebenslauf Layout

Bedenken Sie bei Ihrer Bewerbung, dass Personaler meist viele Bewerbungsunterlagen sichten müssen und Ihre dabei ganz besonders ins Augae fallen sollen. Ein tabellarischer Lebenslauf eignet sich, um schnell eine gute Übersicht über die wichtigsten Fakten zu geben. Dabei schießen zu bunte oder viele unterschiedliche Schriftarten über das Ziel hinaus. Achten Sie darauf, dass Ihre Lebenslauf Vorlage schlicht und trotzdem ansprechend gestaltet ist.

Wie schon in „Die 6 häufigsten Bewerbungsfehler – und wie Sie diese gekonnt vermeiden“ erläutert, sollte die Gestaltung der Bewerbung kohärent, also in Deckblatt, Anschreiben, sowie Lebenslauf einheitlich sein. Es bietet sich daher an, diese als fortlaufende Seiten in einem (Word-)Dokument anzulegen.

Wenn Sie selbst ein Lebenslauf Layout erstellen, nutzen Sie neben Schwarz für die Schrift nur eine Kontrastfarbe und maximal zwei Schriftgrößen. Nutzen Sie eine der folgenden Schriftarten: Arial, Times New Roman, Open Sans oder Verdana. Für die Aufzählungen sollten Sie auf Schriftgrößen zwischen 10pt und 12pt zurückgreifen. Überschriften können selbstverständlich auch größer sein, wenn dies für die Struktur und Übersichtlichkeit hilfreich ist. Da für das Lebenslauf Layout eher strenge Regeln gelten, greifen Sie bei der Wahl der Farbwahl bitte nicht auf schrille Töne zurück. Auch wenn damit das Ziel „auffallen“ erreicht wird, wirkt es unseriös und ist daher eher von Nachteil.

Der Aufbau und die Farbgebung dienen dazu, die Struktur des Lebenslaufs zu unterstreichen und dem Betrachter zu ermöglichen, schnell Ihre wichtigsten Stationen und Qualifikationen zu erfassen. Die Übersichtlichkeit eines tabellarischen Lebenslaufs sollte nicht unter großen Grafiken oder übertriebenen Layouts leiden.

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Der Inhalt: worauf beim Lebenslauf schreiben achten?

Ein guter Lebenslauf sollte lückenlos sein. Allerdings brauchen Sie erst ab einem Abstand von mehr als sechs Monaten eine Begründung dafür.

Sie sollten niemals die Bezeichnung „arbeitslos“ in ihren Lebenslauf schreiben. Natürlich ist Lügen hier verboten, aber eine Umschreibung mit Formulierungen, wie „berufliche Neuorientierung“ oder „berufliche Weiterorientierung“ ist durchaus vertretbar. Überlegen Sie auch, ob Sie möglicherweise Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch genommen haben, um eventuelle Lücken zu füllen.

Wenn Sie eine Lebenslauf Vorlage verwenden, sollten Sie diese stets auf die ausgeschriebene Stelle individualisieren. So können Sie Ihre Kompetenzen und Qualifikationen auch besser hervorheben. Nehmen Sie diesen Punkt nicht auf die leichte Schulter! Je mehr Ihr Lebenslauf zu Ihrem Anschreiben und der ausgeschriebenen Stelle passt, desto höher sind Ihre Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Berücksichtigen Sie dies insbesondere bei der Angabe Ihrer Aufgaben im Punkt “Berufserfahrungen”!

Achten Sie beim tabellarischen Lebenslauf schreiben darauf, dass dessen Umfang drei Seiten nicht übersteigt. Verzichten Sie daher auf unwichtige Angaben, die für die Stelle irrelevant sind.

Lebenslauf Aufbau

Nutzen Sie „Lebenslauf“ ruhig als Titel. Darauf folgen zunächst Ihre persönlichen Angaben, also Name, Kontaktdaten (Adresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer) sowie Geburtsdatum und -ort. Daneben ist Platz für Ihr Bewerbungsfoto – sofern Sie dieses nicht bereits auf dem Deckblatt platziert haben. Ein gutes Bewerbungsfoto ist möglichst professionell, hochwertig und überzeugend und wird rechtsbündig innerhalb des Abschnitts Persönliche Daten positioniert.

Beim Lebenslauf schreiben listen Sie in umgekehrt chronologischer Reihenfolge ihre beruflichen Stationen und Ihren Ausbildungsweg auf. Achten Sie bei den Angaben Ihres Werdegangs unbedingt auf ein einheitliches Datumsformat. Geben Sie darin Monat und Jahr an, beispielsweise in der Form „10/2018 – 04/2019″.

Bei der Darstellung Ihres beruflichen Werdegangs und Ihrer praktischen Erfahrungen beginnen Sie mit der aktuellen beziehungsweise letzten Station. Sie sollten darauf achten, dass Sie nicht nur Ihre Position, sondern auch den Arbeitgeber mit Rechtsform und Ort angeben. Zusätzlich führen Sie Ihre Aufgaben, besonderen Leistungen und Erfolge stichpunktartig an (ca. 5-6 Punkte). Gleichen Sie hierfür Ihre bisherigen Tätigkeiten mit dem Anforderungsprofil der ausgeschriebenen Stelle ab. Je exakter diese Angaben harmonieren und je stimmiger diese auch mit Ihrem Anschreiben sind, desto interessanter wird Ihr Profil vom Personaler eingestuft. Deshalb an dieser Stelle noch einmal: Wie schon beim Anschreiben ist auch beim Lebenslauf Individualisieren Pflicht. Eine allgemeine Lebenslauf Vorlage sollten Sie nicht verwenden.

Es folgen Angaben zu Ihrem Ausbildungsweg. Auch hier gehen Sie amerikanisch, soll heißen: in umgekehrt chronologischer Reihenfolge, vor und versehen alle Stationen mit Datum (Monat/Jahr), Ausbildungsbezeichnung, Hochschule/Unternehmen/Schule und den jew. Ausbildungsinhalten. Wenn Sie die Stationen Ihrer Ausbildung im Lebenslauf beschreiben, geben Sie auch Spezialisierungen und Themen Ihrer Abschlussarbeiten an. Fügen Sie die Abschlussnoten hinzu, wenn diese besser als 3,0 sind. Die Angabe der Grundschule können Sie übrigens in der Regel weglassen, da der Besuch selbiger keinen direkten Bezug zur Stellenausschreibung haben dürfte.

Unter dem nächsten Punkt nennen Sie alle relevanten Weiterbildungen und Kurse mit Thema, Träger und Datum. Sie können auch andere berufsbezogene Kenntnisse angeben. Schätzen Sie diese zudem als „Grundkenntnisse“, „Fortgeschrittene Kenntnisse“ oder „Expertenkenntnisse“ ein. Das Niveau Ihrer Sprachkenntnisse sollten Sie nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen angeben (A1 bis C2). Dafür gibt es online auch kostenlose Tests, die Ihnen bei der Einstufung helfen.

Weitere Kenntnisse, die für den Job relevant sind, können Sie im Folgenden aufführen. Dahinter verbergen sich z.B. besondere EDV-Kenntnisse oder der Besitz eines bestimmten Führerscheins.

Falls Sie eine Arbeit veröffentlicht, sich im Verein/ehrenamtlich engagiert oder an einem bekannten Symposium teilgenommen haben, können Sie diese Angabe unter einem Extrapunkt in Ihrem Lebenslauf vermerken.

Um auch als Privatperson Sympathie zu wecken, ist es beim Lebenslauf schreiben ratsam, einige Ihrer Hobbys, Ehrenämter und Interessen aufzählen. Vermeiden Sie die Nennung allgemeiner Rubriken wie „Sport“ oder „Musik“, sondern geben Sie Ihre Hobbys möglichst genau an. Achten Sie auch darauf, Interessen aus verschiedenen Bereichen aufzulisten. Zählen Sie aber nur Tätigkeiten auf, denen Sie tatsächlich nachgehen oder nachgegangen sind. Sie sollten auch keine bedenklichen Hobbys, wie Risikosportarten oder Glücksspiel in den Lebenslauf schreiben. Beschränken Sie sich auf 3-6 Hobbys, die Ihre Eignung für die in der Stellenausschreibung geforderten Soft Skills unterstützen. Die Mitgliedschaft in einem Teamsport-Verein suggeriert dem Personaler beispielsweise Teamgeist und Engagement. Haben Sie sich selbst das Gitarrespielen beigebracht, zeugt dies von Ausdauer und Kreativität.

Am Ende sollten Sie Ort und Datum einfügen, falls dies von der Lebenslauf Vorlage nicht schon vorgegeben ist. Darunter setzen Sie Ihre Unterschrift. Wenn Sie Ihre Bewerbungsunterlagen online einreichen, können Sie diese einscannen oder mit anderen technischen Hilfsmitteln elektronisch erstellen. Bei einer Bewerbung per Post signieren Sie den Lebenslauf nach dem Ausdrucken persönlich. Mit der Unterschrift signalisieren Sie, dass die Angaben in Ihrem Lebenslauf der Wahrheit entsprechen.

Der Lebenslauf Aufbau im Überblick:

  • Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Bewerbungsfoto (sofern nicht auf Deckblatt)
  • Geburtsdatum und Geburtsort
  • optional: Familienstand, Staatsangehörigkeit
  • Beruflicher Werdegang (Auflistung Anstellungszeitraum, Stellenbezeichnung, Name des Arbeitgebers inkl. Rechtsform, Ort, Aufgaben + Erfolge)
  • Ausbildung
  • Weiterbildungen/Berufsbezogene Kenntnisse
  • (Veröffentlichungen/Mitarbeiten/Teilnahmen
  • Interessen + Hobbys
  • Unterschrift, Ort, Datum

Zum Download der Lebenslauf Vorlage in Word einfach das Muster anklicken:

Lebenslauf Vorlage Muster Beispiel

Lebenslauf Muster

Im Lebenslauf Eltern und Geschwister angeben?

Angaben über Ihre Eltern und Geschwister sowie deren Tätigkeiten sollten Sie im Lebenslauf weglassen, wenn die Infos für die angestrebte Stelle irrelevant sind. in diesem Fall nehmen sie nur unnötig Platz weg.

Ausnahme: Wenn Ihnen die Berufe Ihrer Eltern oder Geschwister berufsrelevante Fähigkeiten vermittelt haben, können Sie diese beim Lebenslauf erstellen mit anführen. Dies ist z.B. der Fall, wenn Sie jahrelang im Restaurant Ihrer Eltern ausgeholfen haben und sich nun für eine Stelle als Kellner bewerben möchten. Auch wenn sich Ihr Interesse für die angestrebte Stelle aus dem Beruf eines Elternteils ergibt, können Sie den Beruf Ihrer Eltern mit in den Lebenslauf schreiben.

Auch bei Minderjährigen gilt der Sonderfall, da die Eltern als gesetzliche Vertreter den Arbeitsvertrag unterschreiben müssen. Wenn die Eltern im Lebenslauf mit angegeben werden, wird der Prozess des Vertragsschlusses beschleunigt.

Im Lebenslauf Staatsangehörigkeit, Familienstand und Konfession angeben?

Problematisch können Angaben zur Staatsangehörigkeit, zum Familienstand und zur Konfession werden. Da diese zur Diskriminierung und zur Bewerbungsabsage führen können, dies aber sehr schwer nachweisbar ist, müssen sie nicht gemacht werden. So kann der Familienstand “Ledig, 2 Kinder”, beispielsweise schnell den Eindruck beim Personaler vermitteln, dass vom Bewerber zu erwarten ist, dass dieser häufiger aufgrund von Krankheit der Kinder o.Ä. den Arbeitsplatz vorzeitig verlassen muss. Dennoch ist es ratsam, Kinder spätestens im Bewerbungsgespräch zu erwähnen.

Lebenslauf schreiben: Den Lebenslauf aktuell halten

Speichern Sie sich Ihren Lebenslauf ab und aktualisieren Sie Ihn regelmäßig. So haben Sie ihn schnell parat, selbst für eine kurzfristige Bewerbung. Zudem sparen Sie so Zeit, die Sie an anderer Stelle aufwenden können, um Ihr Bewerbungssschreiben zu perfektionieren. Auch ein Profil bei den Jobnetzwerken XING oder LinkedIn zu erstellen, kann Ihnen die Arbeit bei Online-Bewerbungen erleichtern. Dort hinterlegen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen und können sie, wenn notwendig, schnell abschicken. Zudem können Sie auch potentielle Arbeitgeber auffinden und anschreiben.

Eine umfassende Beratung rund um das Thema Bewerbung und Vorstellungsgespräch, inklusive Lebenslauf Vorlage und Checklisten erhalten Sie in unserem Bewerbungstraining.

Lebenslauf Checkliste

Damit sich keine Fehler einschleichen, hier noch einmal eine kompakte Übersicht in der Lebenslauf Checkliste:

  • einheitliches Layout von Deckblatt, Anschreiben und Lebenslauf
  • übersichtlicher Aufbau
  • Angaben in umgekehrt chronologischer Reihenfolge (aktuellste Angaben zuerst)
  • Aufbau: Titel “Lebenslauf”, Name, Geburtsdatum, Anschrift/Kontaktdaten (sofern nicht auf Deckblatt), Berufserfahrungen (Auflistung Anstellungszeitraum, Stellenbezeichnung, Name des Arbeitgebers inkl. Rechtsform, Ort, Aufgaben + Erfolge), Ausbildungsweg, Berufsbezogene Kenntnisse/Weiterbildungen/Sprachen, (sofern vorhanden: Veröffentlichungen/Teilnahmen), Interessen/Hobbys, Unterschrift mit Ort + Datum
  • bei Lücken im Lebenslauf gilt die Devise: “Lügen verboten – Mogeln erlaubt” -> statt “arbeitslos” die Umschreibung “Berufliche Neuorientierung” oÄ wählen bzw. die in dieser Zeit absolvierten Weiterbildungen aufführen
  • Individualisierter Lebenslauf für die ausgeschriebene Stelle
  • einheitliche Angabe des Datums
  • korrekte Rechtschreibung & Grammatik
  • maximal 3 Seiten Länge

 

Fehler im Lebenslauf

Fehler können passieren. Fehler macht jeder. Das stimmt, aber im Bewerbungsprozess können schon die kleinsten Unachtsamkeiten darüber entscheiden, ob Sie zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden oder ob Ihr Bewerbungsschreiben im Mülleimer landet. Das muss nicht sein! Da gerade der Lebenslauf viele Fallstricke bereithält, nehmen wir uns die Zeit, Ihnen an dieser Stelle noch die häufigsten Fehler im Lebenslauf aufzuzeigen.

1# Rechtschreibefehler & Grammatikfehler

Die häufigsten Fehler im Lebenslauf sind sogenannte Flüchtigkeitsfehler, die bei sorgfältigem Schreiben nicht entstehen: Rechtschreibfehler sind große Makel und fallen den meisten Personalern sofort ins Auge. Um diese zu vermeiden, sollten Sie Ihren Lebenslauf nicht nur einen Freund oder Bekannten gegenlesen lassen, sondern auch die automatische Rechtschreibprüfung in Ihrem Schreibprogramm einschalten. Auch Grammatikfehler können Sie durch solch eine Prüfung umgehen.

2# Fehlende Struktur

Fehlt die Struktur in Ihrem Lebenslauf, kann es gut möglich sein, dass Ihre gesamte Bewerbungsmappe direkt auf den “Absagen-Ordner” gelegt wird. Achten Sie daher auf eine übersichtliche und klare Struktur! Damit der rote Faden erkennbar bleibt, eignen sich Zwischenüberschriften, wie im Abschnitt “Lebenslauf Aufbau” erklärt.

3# Ungenügende Stellenbeschreibungen

Einer der schwerwiegendsten Fehler ist es, im Lebenslauf lediglich den Namen des Unternehmens, den Standort und die jeweils dort ausgeführte Position im Lebenslauf anzugeben. Versetzen Sie sich in den Personaler! Könnten Sie mit diesen Angaben etwas anfangen und sich ein Bild von einem Bewerber machen? Sicherlich nicht! Daher sollten Sie stets 2-3 Zeilen über die Aufgaben verfassen, die Sie bei den vorherigen Arbeitgebern innehatten. Gleichen Sie diese vorab mit dem Anforderungsprofil der Stellenausschreibung ab und richten Sie die Aufgaben individuell auf jedes Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben, aus.

4# Zu viele irrelevante Informationen

Zu viele irrelevante Informationen im Lebenslauf können aber genauso zum K.O.-Kriterium werden. Der Personaler interessiert sich beispielsweise nur sehr bedingt dafür, wo Sie zur Grundschule gegangen sind oder welche Tätigkeiten Ihre Eltern und Geschwister ausüben. Der Lebenslauf soll Ihren beruflichen Werdegang und Ihre Qualifikationen bestmöglich zeigen. Setzen Sie daher auf Qualität statt Quantität, da zu viele unnötige Informationen den Lebenslauf zu sehr aufblähen.

5# Schwindeleien & Lügen

Welche Schwindelei ist erlaubt und wo wird die Schwindelei zur Lüge? Vorab sei gesagt, dass es nicht verwerflich ist, den Lebenslauf durch nette Umschreibungen und Beschönigungen etwas aufzuhübschen. Die halbjährige Arbeitslosigkeit aber mit einem imaginären Job bei einem angesagten Unternehmen verschleiern zu wollen, ist definitiv der falsche Weg und führt, sobald die Lüge aufliegt, direkt zu sehr peinlichen Nachfragen – schlimmstenfalls sogar zur Kündigung. Bedenken Sie: für den Personaler muss Ihre Bewerbung in sich schlüssig sein. Dazu gehören auch entsprechende Zeugnisse. Zudem ist es mittlerweile auch nicht mehr unüblich, dass gut vernetzte Personaler mit den Verantwortlichen der vorherigen Arbeitgeber in Kontakt treten und sich direkt aus erster Hand nach den Fähigkeiten der Bewerber erkundigen.

6# Unkonkrete Zeitangaben

Wer bei den Ausbildungszeiträumen nur Jahreszahlen einträgt, begeht einen der häufigsten Fehler. Dies erweckt schnell den Eindruck, dass Sie etwas zu verbergen haben. Es macht nämlich einen großen Unterschied, ob Sie nach Ihrem Schulabschluss im Juli bereits im September angefangen haben zu studieren oder sich mehr als ein halbes Jahr dafür Zeit gelassen haben. Gestalten Sie Ihren Lebenslauf daher unbedingt lückenlos und authentisch. Auch wenn Sie in dem halben Jahr nur einen Nebenjob ausgeübt haben, um sich Ihr zukünftiges Studium zu finanzieren, fügen Sie diese Tätigkeit hinzu. Schließlich zeugt der Arbeitswille von Ehrgeiz und Eigeninitiative. Geben Sie also stets den Monat bei den Datumsangaben mit an.

7# Nichtssagende Hobbys und Interessen

Letztlich sollten Sie auch Fehler im Lebenslauf vermeiden, die zum Abschnitt Hobbys und Interessen gehören. Zu allgemeine und nichtssagende Angaben bringen beim Personaler keine Punkte. Wählen Sie zwei bis drei Aktivitäten, die Sie im Bewerbungsgespräch näher erklären wollen. Indem Sie zum Beispiel den jeweiligen Verein dazu schreiben oder konkret erwähnen, welche Art von Büchern Sie gern lesen. Mit den Interessen kann der Personaler ein wenig von Ihrer Persönlichkeit ablesen. Gruppensport suggeriert beispielsweise Teamgeist, das Beherrschen eines Musikinstruments Disziplin, Ausdauer und Hingabe und Kochen Kreativität und Geselligkeit. Nutzen Sie dies aus, um Ihre Soft Skills zu unterstreichen.

8# Fehlende Unterschrift

Ein typischer Fehler im Lebenslauf, der gerade jungen Bewerbern leider viel zu häufig unterläuft, ist, dass am Ende des Lebenslaufs keine Unterschrift auftaucht. Da sich die Unterschrift auf Bewerbungsanschreiben und im Lebenslauf in der Personalerbranche durchgesetzt hat, begehen Sie einen schweren Formfehler, den Personalbeauftragte schnell mit einer schludrigen Arbeitsweise in Verbindung bringen! Vermeiden Sie diesen Fehler unbedingt.

Fazit
Vielen Bewerbern fällt das Lebenslauf schreiben leichter als das Anschreiben. Das mag daran liegen, dass in einem tabellarischen Lebenslauf, den die meisten Firmen fordern, keine Ausformulierungen notwendig sind. Jedoch sollte man den Lebenslauf nicht unterschätzen. Für viele Personaler ist er die Möglichkeit, schnell einen ersten Eindruck von den Bewerbern zu gewinnen und einen Überblick über deren Qualifikationen zu erhalten. Nicht selten wird ihm deshalb sogar eine höhere Bedeutung beigemessen als dem Anschreiben. Wenn Sie Ihren Lebenslauf schreiben, sollten Sie das im Hinterkopf behalten.

Überzeugen Sie sich, ob Ihr Lebenslauf ansprechend wirkt und die wichtigsten Informationen leicht zu erfassen sind. Nutzen Sie dafür zum Beispiel Formatierungsmöglichkeiten, Hervorhebungen oder eine Kontrastfarbe. Gehen Sie mit diesen Mitteln aber sparsam um und setzen sie die Gestaltung gleichmäßig ein. Sorgen Sie für ein angenehmes, professionelles Lebenslauf Layout, egal ob Sie es selbst erstellen oder eine Lebenslauf Vorlage nutzen. Diese sollten Sie sets an Ihre Bedürfnisse und Anforderungen anpassen.

Wenn Sie Ihren Lebenslauf gut strukturieren und unsere Hinweise beachten, werden Sie keine Probleme haben, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen.

Bildquelle: Vielen Dank an loufre für das Bild (© loufre/www.pixabay.com).
Dieser Artikel wurde von Jooble erstellt.

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Über den Autor

Alexander Reschke ist ein renommierter Bewerbungstrainer, Gründer von Bewerbungstraining.de und Autor des erfolgreichen Bewerbungs-Ratgebers "Geheime Strategien erfolgreicher Bewerber". Seine Passion ist es, Bewerber auf ihrem Weg zum Job tatkräftig zu unterstützen. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit Reisen durch die sonnigen Teile dieser Welt und Kartsport.