Worauf musst du beim Lebenslauf-Schreiben achten? Vom Aufbau über die Formatierung bis hin zur inhaltlichen Struktur: Wir zeigen dir, wie du einen Lebenslauf schreibst, der auf einen Blick überzeugt – und worauf du bei einer Lebenslauf-Vorlage achten solltest.
Der Lebenslauf ist ein wichtiger Bestandteil deiner Bewerbung und wird in der Mappe direkt nach dem Bewerbungsanschreiben angeordnet. Ziel ist es, auf einen Blick mit den eigenen Qualitäten zu überzeugen. Aber welche Angaben gehören beim Lebenslauf-Schreiben hinein? Welche Formalien sind einzuhalten? Wir klären diese Fragen und geben dir eine allgemeine Lebenslauf-Vorlage an die Hand.
Lebenslauf schreiben: Was ist ein Lebenslauf?
Ein Lebenslauf ist ein strukturiertes Bewerbungsdokument, das deinen beruflichen Werdegang, deine Ausbildung und deine Qualifikationen übersichtlich und meist tabellarisch darstellt. Er gibt einen Überblick über deine bisherige berufliche Laufbahn, listet die dort ausgeübten Tätigkeiten auf, zeigt deinen Ausbildungsweg und präsentiert deine weiterführenden Qualifikationen, z.B. durch Weiterbildungen, Sprachkurse oder EDV-Seminare. Üblicherweise enthält er zuletzt Informationen über deine Hobbys und Engagements.
Der Personaler erhält damit eine kompakte Übersicht über dich als Bewerber oder Bewerberin. Gerade weil Personalverantwortliche pro Lebenslauf oft nur wenige Sekunden für den ersten Eindruck aufwenden, ist er neben dem Anschreiben das wichtigste Dokument, um mit deinen Fähigkeiten und Kenntnissen zu überzeugen. Aus unserer Erfahrung als Personaler wissen wir: Genau dieses Dokument wird genutzt, um dein Profil mit den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle abzugleichen.
Lebenslauf erstellen: Welche Programme du nutzen kannst
Einen Lebenslauf kannst du sehr einfach mit Word oder Pages erstellen. Bei aktuellen Word-Versionen findest du bereits eine Lebenslauf-Vorlage, die du für deine Zwecke individualisieren kannst. Alternativ bietet das Internet zahlreiche Varianten für ein Lebenslauf-Muster, das du dir in der Regel ganz einfach herunterladen kannst. Wenn du kein Microsoft Word für das Lebenslauf-Schreiben zur Verfügung hast, kannst du aber auch mit anderen Textverarbeitungsprogrammen wie Pages, OpenOffice oder LibreOffice arbeiten.
Lebenslauf mit Online-Editoren erstellen
Als Alternative zu herkömmlicher Textverarbeitungssoftware kannst du auch auf zahlreiche Onlinedienste zurückgreifen. Anbieter wie CVmaker.de stellen auf ihren Portalen eigene Editoren zur Verfügung, mit denen du deinen Lebenslauf individuell gestalten kannst. Der Vorteil: Im Gegensatz zur konventionellen Textverarbeitung wurde ein Lebenslauf-Editor direkt für das Erstellen von Lebensläufen konzipiert – eine Bearbeitungsmaske sorgt dafür, dass du das Dokument auch immer an der richtigen Stelle anpasst. So kannst du formelle Fauxpas sicher umgehen. Viele dieser Editoren liefern zudem ATS-freundliche Vorlagen, die sich von Bewerbermanagement-Systemen problemlos auslesen lassen – dazu unten mehr.
Lebenslauf Layout
Bedenke bei deiner Bewerbung, dass Personaler meist viele Bewerbungsunterlagen sichten müssen und deine dabei besonders ins Auge fallen soll. Ein tabellarischer Lebenslauf eignet sich, um schnell eine gute Übersicht über die wichtigsten Fakten zu geben. Dabei schießen zu bunte oder zu viele unterschiedliche Schriftarten über das Ziel hinaus. Achte darauf, dass deine Lebenslauf-Vorlage schlicht und trotzdem ansprechend gestaltet ist.
Die Gestaltung der Bewerbung sollte über Deckblatt, Anschreiben und Lebenslauf hinweg einheitlich sein. Es bietet sich daher an, diese als fortlaufende Seiten in einem (Word-)Dokument anzulegen.
Wenn du selbst ein Lebenslauf-Layout erstellst, nutze neben Schwarz für die Schrift nur eine Kontrastfarbe und maximal zwei Schriftgrößen. Verwende eine der folgenden Schriftarten: Arial, Times New Roman, Open Sans oder Verdana. Für den Fließtext und die Aufzählungen solltest du auf Schriftgrößen zwischen 10pt und 12pt zurückgreifen. Überschriften dürfen selbstverständlich größer sein, wenn das die Struktur und Übersichtlichkeit unterstützt. Da fürs Lebenslauf-Layout eher strenge Regeln gelten, greife bei der Farbe bitte nicht auf schrille Töne zurück. Auch wenn du damit das Ziel „auffallen“ erreichst, wirkt es schnell unseriös und ist daher eher von Nachteil.
Design und Farbgebung dienen dazu, die Struktur des Lebenslaufs zu unterstreichen und dem Betrachter zu ermöglichen, deine wichtigsten Stationen und Qualifikationen schnell zu erfassen. Die Übersichtlichkeit eines tabellarischen Lebenslaufs sollte nicht unter großen Grafiken oder übertriebenen Layouts leiden.
Ist dein Lebenslauf ATS-tauglich?
Viele Unternehmen setzen heute ein Applicant Tracking System (ATS) ein – eine Software, die Bewerbungen vorsortiert. Ein ATS liest deinen Lebenslauf nicht wie ein Mensch, sondern scannt ihn nach Stichworten, Daten und klaren Strukturen. Aus unserer Erfahrung als Personaler ist genau das der Grund, warum schlichte Layouts heute im Vorteil sind. Damit dein Lebenslauf sauber ausgelesen wird, beachte ein paar Punkte:
- Klare Struktur mit eindeutigen Überschriften wie „Berufserfahrung“, „Ausbildung“ oder „Kenntnisse“
- Standardschriften und ein durchgehend tabellarischer Aufbau ohne verschachtelte Textfelder
- Begriffe aus der Stellenanzeige dort aufgreifen, wo sie inhaltlich passen – ohne Stichwort-Stapelei
- Keine wichtigen Infos in Grafiken oder Kopf-/Fußzeilen, da diese oft nicht erkannt werden
- Speichern als PDF mit auslesbarem Text, nicht als reines Bild
So überzeugst du Mensch und System gleichermaßen – ohne deinen Lebenslauf zu verbiegen.
Der Inhalt: Worauf beim Lebenslauf-Schreiben achten?
Ein guter Lebenslauf sollte lückenlos sein. Eine Begründung brauchst du allerdings erst ab einer Lücke von mehr als sechs Monaten. Die Bezeichnung „arbeitslos“ solltest du nie in deinen Lebenslauf schreiben. Lügen ist hier natürlich verboten, aber eine Umschreibung mit Formulierungen wie „berufliche Neuorientierung“ oder „berufliche Weiterorientierung“ ist durchaus vertretbar. Überlege auch, ob du in dieser Zeit Weiterbildungen absolviert hast, mit denen du eventuelle Lücken füllen kannst.
Wenn du eine Lebenslauf-Vorlage verwendest, solltest du diese stets auf die ausgeschriebene Stelle individualisieren. So hebst du deine Kompetenzen und Qualifikationen besser hervor. Nimm diesen Punkt nicht auf die leichte Schulter! Je mehr dein Lebenslauf zu deinem Anschreiben und zur ausgeschriebenen Stelle passt, desto höher sind deine Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Berücksichtige das besonders bei der Angabe deiner Aufgaben unter „Berufserfahrungen“!
Achte beim tabellarischen Lebenslauf-Schreiben auf den richtigen Umfang. Als Faustregel gilt heute: Berufseinsteiger:innen kommen mit einer Seite aus, Berufserfahrene nutzen meist ein bis zwei Seiten. Drei Seiten sind nur bei langen Laufbahnen mit vielen relevanten Stationen sinnvoll, etwa bei Führungskräften. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern dass jede Zeile einen Mehrwert für die Stelle bietet. Verzichte daher auf alles, was irrelevant ist.

Lebenslauf Aufbau
Im Folgenden stellen wir die einzelnen Punkte für einen guten Aufbau des Lebenslaufs vor.
Persönliche Angaben
Nutze „Lebenslauf“ ruhig als Titel. Darauf folgen zunächst deine persönlichen Angaben, also Name, Kontaktdaten (Adresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer) sowie Geburtsdatum und -ort. Daneben ist Platz für dein Bewerbungsfoto – sofern du es nicht bereits auf dem Deckblatt platziert hast. Ein gutes Bewerbungsfoto ist möglichst professionell, hochwertig und überzeugend und wird rechtsbündig innerhalb des Abschnitts „Persönliche Daten“ positioniert. Ein Foto ist in Deutschland üblich, aber keine Pflicht – bei Bewerbungen im Ausland fehlt es oft bewusst.
Beruflicher Werdegang
Beim Lebenslauf-Schreiben listest du deine beruflichen Stationen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auf – die aktuellste zuerst. Achte dabei unbedingt auf ein einheitliches Datumsformat mit Monat und Jahr, beispielsweise in der Form „10/2018 – 04/2019″.
Gib nicht nur deine Position an, sondern auch den Arbeitgeber mit Rechtsform und Ort. Führe zusätzlich deine Aufgaben sowie besondere Leistungen und Erfolge stichpunktartig an (ca. 5–6 Punkte). Gleiche diese mit dem Anforderungsprofil der ausgeschriebenen Stelle ab. Je exakter deine Angaben dazu passen und je stimmiger sie zu deinem Anschreiben sind, desto interessanter stuft der Personaler dein Profil ein. Deshalb hier noch einmal: Wie schon beim Anschreiben ist auch beim Lebenslauf Individualisieren Pflicht. Eine allgemeine Lebenslaufvorlage solltest du nicht 1:1 übernehmen.
Lebenslauf schreiben: Ausbildungsweg
Es folgen Angaben zu deinem Ausbildungsweg – ebenfalls in umgekehrt chronologischer Reihenfolge. Versieh alle Stationen mit Datum (Monat/Jahr), Ausbildungsbezeichnung, Hochschule/Unternehmen/Schule und den jeweiligen Ausbildungsinhalten. Wenn du die Stationen beschreibst, gib auch Spezialisierungen und die Themen deiner Abschlussarbeiten an. Füge die Abschlussnoten hinzu, wenn diese besser als 3,0 sind. Die Grundschule kannst du in der Regel weglassen, da sie keinen direkten Bezug zur Stellenausschreibung hat.
Weiterbildungen
Unter dem nächsten Punkt nennst du alle relevanten Weiterbildungen und Kurse mit Thema, Träger und Datum. Du kannst auch andere berufsbezogene Kenntnisse angeben und diese als „Grundkenntnisse“, „Fortgeschrittene Kenntnisse“ oder „Expertenkenntnisse“ einschätzen. Das Niveau deiner Sprachkenntnisse gibst du nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen an (A1 bis C2). Dafür gibt es online auch kostenlose Tests, die dir bei der Einstufung helfen.
Weitere Kenntnisse, die für den Job relevant sind, kannst du im Anschluss aufführen. Dahinter verbergen sich z.B. besondere EDV-Kenntnisse oder der Besitz eines bestimmten Führerscheins. Falls du eine Arbeit veröffentlicht hast, dich ehrenamtlich im Verein engagiert oder an einem bekannten Symposium teilgenommen hast, kannst du das unter einem Extrapunkt vermerken.
Hobbys & Interessen
Um auch als Mensch Sympathie zu wecken, ist es beim Lebenslauf-Schreiben ratsam, einige deiner Hobbys, Ehrenämter und Interessen aufzuzählen. Vermeide allgemeine Rubriken wie „Sport“ oder „Musik“ und gib deine Hobbys möglichst genau an. Achte darauf, Interessen aus verschiedenen Bereichen aufzulisten, und nenne nur Tätigkeiten, denen du tatsächlich nachgehst oder nachgegangen bist. Bedenkliche Hobbys wie Risikosportarten oder Glücksspiel gehören nicht in den Lebenslauf. Beschränke dich auf 3–6 Hobbys, die deine Eignung für die geforderten Soft Skills unterstützen. Die Mitgliedschaft in einem Teamsport-Verein suggeriert dem Personaler beispielsweise Teamgeist und Engagement. Hast du dir selbst das Gitarrespielen beigebracht? Das zeugt von Ausdauer und Kreativität.
Unterschrift, Ort & Datum
Am Ende fügst du Ort und Datum ein, falls die Lebenslauf-Vorlage das nicht schon vorgibt. Darunter setzt du deine Unterschrift. Reichst du deine Bewerbungsunterlagen online ein, kannst du die Unterschrift einscannen oder elektronisch erstellen. Bei einer Bewerbung per Post signierst du den Lebenslauf nach dem Ausdrucken persönlich. Mit der Unterschrift signalisierst du, dass deine Angaben der Wahrheit entsprechen.
Der Lebenslauf im Überblick:
- Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Bewerbungsfoto (sofern nicht auf Deckblatt)
- Geburtsdatum und Geburtsort
- optional: Familienstand, Staatsangehörigkeit
- Beruflicher Werdegang (Anstellungszeitraum, Stellenbezeichnung, Name des Arbeitgebers inkl. Rechtsform, Ort, Aufgaben + Erfolge)
- Ausbildung
- Weiterbildungen/Berufsbezogene Kenntnisse
- Veröffentlichungen/Mitarbeiten/Teilnahmen
- Interessen + Hobbys
- Unterschrift, Ort, Datum
Zum Download der Lebenslauf-Vorlage in Word einfach das Muster anklicken:
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Biografische Angaben im Lebenslauf
Im Lebenslauf Eltern und Geschwister angeben?
Angaben zu deinen Eltern und Geschwistern sowie deren Tätigkeiten solltest du im Lebenslauf weglassen, wenn sie für die angestrebte Stelle irrelevant sind. Dann nehmen sie nur unnötig Platz weg.
Ein paar Ausnahmen gibt es allerdings: Wenn dir die Berufe deiner Eltern oder Geschwister berufsrelevante Fähigkeiten vermittelt haben, kannst du diese anführen. Das ist z.B. der Fall, wenn du jahrelang im Restaurant deiner Eltern ausgeholfen hast und dich nun als Kellner bewerben möchtest. Auch wenn sich dein Interesse für die Stelle aus dem Beruf eines Elternteils ergibt, kannst du diesen in den Lebenslauf schreiben.
Auch bei Minderjährigen gilt der Sonderfall, dass die Eltern als gesetzliche Vertreter den Arbeitsvertrag unterschreiben müssen. Sind die Eltern im Lebenslauf angegeben, beschleunigt das den Vertragsschluss.
Im Lebenslauf Staatsangehörigkeit, Familienstand und Konfession angeben?
Problematisch können Angaben zur Staatsangehörigkeit, zum Familienstand und zur Konfession werden. Da sie zur Diskriminierung und zur Bewerbungsabsage führen können, müssen sie nicht gemacht werden. So kann der Familienstand „Ledig, 2 Kinder“ beim Personaler schnell den Eindruck wecken, dass der Bewerber den Arbeitsplatz häufiger vorzeitig verlassen muss, etwa wegen Krankheit der Kinder. Dennoch ist es ratsam, Kinder spätestens im Bewerbungsgespräch zu erwähnen.
Lebenslauf schreiben: Den Lebenslauf aktuell halten
Speichere dir deinen Lebenslauf ab und aktualisiere ihn regelmäßig. So hast du ihn schnell parat, selbst für eine kurzfristige Bewerbung. Zudem sparst du Zeit, die du an anderer Stelle aufwenden kannst, um dein Bewerbungsschreiben zu perfektionieren. Auch ein Profil bei den Jobnetzwerken XING oder LinkedIn kann dir die Arbeit bei digitalen Bewerbungen erleichtern. Dort hinterlegst du deine Bewerbungsunterlagen und kannst sie bei Bedarf schnell abschicken. Außerdem findest du so potenzielle Arbeitgeber und kannst sie direkt anschreiben.
Eine umfassende Beratung rund um Bewerbung und Vorstellungsgespräch, inklusive Lebenslauf-Vorlage und Checklisten, erhältst du bei unserer Bewerbungsunterlagen-Optimierung.
Lebenslauf Checkliste
Beim Erstellen eines Lebenslaufs schleicht sich schnell der Fehlerteufel ein. Umso ärgerlicher: Du hast nur eine Chance für einen guten ersten Eindruck! Überprüfe dein Dokument nach der Fertigstellung deshalb gründlich. Noch besser eignet sich das Viel-Augen-Prinzip: Lass deine Bewerbungsunterlagen von Freunden oder Bekannten gegenlesen, ehe du sie versendest. Eventuell bekommst du so noch einen entscheidenden Tipp.
Damit du keine Fehler übersiehst, hier eine kompakte Übersicht:
- einheitliches Layout von Deckblatt, Anschreiben und Lebenslauf
- übersichtliche, ATS-taugliche Struktur
- Angaben in umgekehrt chronologischer Reihenfolge (aktuellste zuerst)
- Aufbau: Titel „Lebenslauf“, Name, Geburtsdatum, Anschrift/Kontaktdaten (sofern nicht auf Deckblatt), Berufserfahrungen (Anstellungszeitraum, Stellenbezeichnung, Name des Arbeitgebers inkl. Rechtsform, Ort, Aufgaben + Erfolge), Ausbildungsweg, berufsbezogene Kenntnisse/Weiterbildungen/Sprachen, (sofern vorhanden: Veröffentlichungen/Teilnahmen), Interessen/Hobbys, Unterschrift mit Ort + Datum
- Bei Lücken gilt die Devise: „Lügen verboten – Mogeln erlaubt“ → statt „arbeitslos“ die Umschreibung „Berufliche Neuorientierung“ o.Ä. wählen bzw. die in dieser Zeit absolvierten Weiterbildungen aufführen
- individualisierter Lebenslauf für die ausgeschriebene Stelle
- einheitliche Angabe des Datums
- korrekte Rechtschreibung & Grammatik
- in der Regel ein bis zwei Seiten, maximal drei
Die häufigsten Fehler im Lebenslauf
Fehler können passieren. Fehler macht jeder. Das stimmt – aber im Bewerbungsprozess können schon die kleinsten Unachtsamkeiten darüber entscheiden, ob du zum Bewerbungsgespräch eingeladen wirst. Das muss nicht sein! Da gerade der Lebenslauf viele Fallstricke bereithält, zeigen wir dir hier die häufigsten Fehler.
1# Rechtschreibfehler & Grammatikfehler
Die häufigsten Fehler im Lebenslauf sind Flüchtigkeitsfehler, die bei sorgfältigem Schreiben gar nicht erst entstehen: Rechtschreibfehler sind große Makel und fallen den meisten Personalern sofort auf. Um sie zu vermeiden, solltest du deinen Lebenslauf nicht nur von einem Freund oder einer Bekannten gegenlesen lassen, sondern auch die automatische Rechtschreibprüfung in deinem Schreibprogramm einschalten. Auch Grammatikfehler umgehst du so.
2# Lebenslauf schreiben: Fehlende Struktur
Fehlt die Struktur, landet deine Bewerbungsmappe schnell im „Absagen-Ordner“. Achte daher auf eine übersichtliche und klare Struktur! Damit der rote Faden erkennbar bleibt, eignen sich Zwischenüberschriften, wie im Abschnitt „Lebenslauf Aufbau“ erklärt. Eine klare Struktur hilft übrigens auch den ATS-Systemen, deine Angaben korrekt einzulesen.
3# Ungenügende Stellenbeschreibungen
Einer der schwerwiegendsten Fehler: im Lebenslauf nur Unternehmensname, Standort und Position anzugeben. Versetze dich in den Personaler! Kannst du dir mit diesen Angaben ein Bild vom Bewerber machen? Sicher nicht. Daher solltest du stets 2–3 Zeilen zu den Aufgaben verfassen, die du bei vorherigen Arbeitgebern innehattest. Gleiche sie mit dem Anforderungsprofil ab und richte sie für jedes Unternehmen individuell aus.
4# Zu viele irrelevante Informationen
Zu viele irrelevante Informationen können genauso zum K.-o.-Kriterium werden. Den Personaler interessiert nur sehr bedingt, wo du zur Grundschule gegangen bist oder was deine Eltern und Geschwister beruflich machen. Der Lebenslauf soll deinen beruflichen Werdegang und deine Qualifikationen bestmöglich darstellen. Setze daher auf Qualität statt Quantität – zu viel Unnötiges bläht den Lebenslauf nur auf.
5# Schwindeleien & Lügen
Welche Schwindelei ist erlaubt, und wo wird sie zur Lüge? Vorab: Es ist nicht verwerflich, den Lebenslauf durch nette Umschreibungen etwas aufzuhübschen. Eine halbjährige Arbeitslosigkeit aber mit einem erfundenen Job zu verschleiern, ist der falsche Weg – das führt, sobald die Lüge auffliegt, zu peinlichen Nachfragen und schlimmstenfalls zur Kündigung. Bedenke: Für den Personaler muss deine Bewerbung in sich schlüssig sein. Dazu gehören auch passende Zeugnisse. Und es ist heute nicht unüblich, dass gut vernetzte Personaler sich bei vorherigen Arbeitgebern direkt nach deinen Fähigkeiten erkundigen.
6# Unkonkrete Zeitangaben
Wer bei den Ausbildungszeiträumen nur Jahreszahlen einträgt, begeht einen der häufigsten Fehler. Das erweckt schnell den Eindruck, du hättest etwas zu verbergen. Es macht nämlich einen Unterschied, ob du nach dem Schulabschluss im Juli direkt im September zu studieren begonnen hast oder dir mehr als ein halbes Jahr Zeit gelassen hast. Gestalte deinen Lebenslauf daher lückenlos und authentisch. Selbst wenn du in dem halben Jahr nur einen Nebenjob hattest, um dein Studium zu finanzieren: Nimm ihn auf. Arbeitswille zeugt von Ehrgeiz und Eigeninitiative. Gib also stets den Monat bei den Datumsangaben mit an.
7# Nichtssagende Hobbys und Interessen
Auch beim Abschnitt Hobbys und Interessen lauern Fehler. Zu allgemeine, nichtssagende Angaben bringen beim Personaler keine Punkte. Wähle zwei bis drei Aktivitäten, die du im Bewerbungsgespräch näher erklären willst – indem du etwa den Verein nennst oder konkret angibst, welche Art von Büchern du gern liest. Aus den Interessen liest der Personaler ein wenig von deiner Persönlichkeit ab: Gruppensport suggeriert Teamgeist, ein Musikinstrument Disziplin, Ausdauer und Hingabe, Kochen Kreativität und Geselligkeit. Nutze das, um deine Soft Skills zu unterstreichen.
8# Fehlende Unterschrift
Ein typischer Fehler, der gerade jungen Bewerbern viel zu häufig unterläuft: Am Ende des Lebenslaufs fehlt die Unterschrift. Da sich die Unterschrift auf Anschreiben und Lebenslauf in der Personalerbranche durchgesetzt hat, begehst du ohne sie einen Formfehler, den Personalverantwortliche schnell mit einer schludrigen Arbeitsweise verbinden. Vermeide diesen Fehler unbedingt.
Fazit zum Lebenslauf
Vielen Bewerbern fällt das Lebenslauf-Schreiben leichter als das Anschreiben. Das mag daran liegen, dass im tabellarischen Lebenslauf, den die meisten Firmen fordern, keine Ausformulierungen nötig sind. Trotzdem solltest du den Lebenslauf nicht unterschätzen. Für viele Personaler ist er die Möglichkeit, schnell einen ersten Eindruck und einen Überblick über die Qualifikationen zu gewinnen. Nicht selten wird ihm sogar eine höhere Bedeutung beigemessen als dem Anschreiben. Behalte das im Hinterkopf, wenn du deinen Lebenslauf schreibst.
Überzeuge dich davon, dass dein Lebenslauf ansprechend wirkt und die wichtigsten Informationen leicht zu erfassen sind. Nutze dafür Formatierungen, Hervorhebungen oder eine Kontrastfarbe – aber sparsam und gleichmäßig. Sorge für ein angenehmes, professionelles Lebenslauf-Layout, egal ob du es selbst erstellst oder eine Lebenslauf-Vorlage nutzt. Diese solltest du stets an deine Bedürfnisse anpassen.
Wenn du deinen Lebenslauf gut strukturierst und unsere Hinweise beachtest, wirst du keine Probleme haben, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen.
Und falls doch: Mit unserer Bewerbungsunterlagen-Optimierung unterstützen wir dich bei allen Schritten hin zu einer erfolgreichen schriftlichen Bewerbung.
Häufige Fragen zum Lebenslauf-Schreiben
Wie viele Seiten sollte ein Lebenslauf haben?
Berufseinsteiger kommen meist mit einer Seite aus, Berufserfahrene nutzen ein bis zwei Seiten. Drei Seiten sind nur bei langen Laufbahnen mit vielen relevanten Stationen sinnvoll. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern dass jede Zeile einen Mehrwert für die Stelle bietet.
In welcher Reihenfolge schreibt man einen Lebenslauf?
Üblich ist die umgekehrt chronologische Reihenfolge: Titel „Lebenslauf“, persönliche Angaben, beruflicher Werdegang (aktuellste Station zuerst), Ausbildung, Weiterbildungen und Kenntnisse, optional Veröffentlichungen, Hobbys sowie Unterschrift mit Ort und Datum.
Was ist ein ATS-konformer Lebenslauf?
Ein ATS-konformer Lebenslauf ist so aufgebaut, dass ihn ein Applicant Tracking System sauber auslesen kann: klare Struktur mit eindeutigen Überschriften, Standardschriften, keine wichtigen Infos in Grafiken oder Kopfzeilen und Speicherung als PDF mit auslesbarem Text.
Wie geht man mit Lücken im Lebenslauf um?
Eine Begründung ist erst ab einer Lücke von mehr als sechs Monaten nötig. Statt „arbeitslos“ wählst du eine ehrliche Umschreibung wie „berufliche Neuorientierung“ oder führst in dieser Zeit absolvierte Weiterbildungen auf. Lügen ist tabu, behutsame Umschreibungen sind erlaubt.
Welches Programm eignet sich zum Lebenslauf-Schreiben?
Für die meisten reichen Word, Pages, OpenOffice oder LibreOffice. Alternativ helfen Online-Editoren mit vorgefertigten, oft ATS-freundlichen Vorlagen, formelle Fehler zu vermeiden.
Bildquellen: Vielen Dank an loufre©pixabay.com und Resume Genius ©unsplash.com.
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