Typische Fehler im Lebenslauf vermeiden

Von Alexander Reschke | Bewerbungstipps

Mai 18
Vermeiden Sie die häufigsten Fehler im Lebenslauf

Vermeiden Sie künftig die häufigsten Fehler im Lebenslauf. Die meisten Fehler fallen erfahrenen Personalern direkt negativ auf und können schnell ein Ausschlusskriterium sein. Daher zeigen wir Ihnen, auf welche Fehler im Lebenslauf Sie achten müssen.

Fehler können passieren. Fehler macht jeder. Das stimmt, aber im Bewerbungsprozess können schon die kleinsten Unachtsamkeiten und Unstimmigkeiten darüber entscheiden, ob Sie zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden oder ob Ihre Bewerbungsunterlagen im Mülleimer landen. Das muss nicht sein! Da gerade der Lebenslauf viele Fallstricke bereithält, erklären wir hier typische Fehler im Lebenslauf und wie Sie diese gekonnt vermeiden.

1. Fehler im Lebenslauf: Rechtschreibefehler & Grammatikfehler

Einer der häufigsten Fehler im Lebenslauf sind sogenannte Flüchtigkeitsfehler, die bei sorgfältigem Schreiben nicht entstehen: Rechtschreibfehler sind große Makel und fallen den meisten Personalern sofort ins Auge. Um diese zu vermeiden, sollten Sie Ihren Lebenslauf nicht nur einen Freund oder Bekannten gegenlesen lassen, sondern auch die automatische Rechtschreibprüfung in Ihrem Schreibprogramm einschalten. Auch Grammatikfehler können Sie durch solch eine Prüfung umgehen.

2. Fehler im Lebenslauf: Fehlende Struktur

Fehlt die Struktur in Ihrem Lebenslauf kann es gut möglich sein, dass Ihre gesamte Bewerbungsmappe direkt auf den “Absagen-Ordner” gelegt wird. Achten Sie daher auf eine übersichtliche und klare Struktur! Damit der rote Faden erkennbar bleibt, eignen sich Zwischenüberschriften mit z.B. “Ausbildung”, “Praktischen Erfahrungen” und “Interessen”.

3. Fehler im Lebenslauf: 08/15 Lebenslauf ohne Bezug zum Unternehmen

Was für das Bewerbungsanschreiben gilt, sollten Sie auch beim Lebenslauf beachten: richten Sie Ihre Angaben ganz individuell auf das jeweilige Unternehmen aus, bei dem Sie sich bewerben möchten. Nutzen Sie das fachspezifische Vokabular und zeigen Sie genau die Kenntnisse und Fähigkeiten, die das Unternehmen sucht – vorausgesetzt natürlich, Sie besitzen diese wirklich.

4. Fehler im Lebenslauf: Die falsche Reihenfolge

Ein weiterer typischer Fehler im Lebenslauf ist die Reihenfolge der bisherigen Tätigkeiten. Wie im amerikanischen CV hat es sich mittlerweile durchgesetzt, den Lebenslauf in umgekehrt chronologischer Reihenfolge aufzubauen. Das heißt, dass der Personaler zunächst die letzte bzw. gegenwärtige Tätigkeit sieht und sich dann zurück bis zur Ausbildung arbeitet. In der veralteten Form des Lebenslaufes wurde der Werdegang des Bewerbers von der Vergangenheit bis zur Gegenwart aufbereitet. Da die letzten Tätigkeiten jedoch eine wesentlich größere Rolle für den Personaler spielen, ist die umgekehrt chronologische Reihenfolge die beste Option.

5. Fehler im Lebenslauf: Ungenügende Stellenbeschreibungen

Einer der schwerwiegendsten Fehler ist es, im Lebenslauf lediglich den Namen des Unternehmens, den Standort und die jeweils dort ausgeführte Position im Lebenslauf anzugeben. Versetzen Sie sich in den Personaler! Könnten Sie mit diesen Angaben etwas anfangen und sich ein Bild von einem Bewerber machen? Sicherlich nicht! Daher sollten Sie stets 2-3 Zeilen über die Aufgaben verfassen, die Sie bei den vorherigen Arbeitgebern innehatten. Gleichen Sie diese vorab mit dem Anforderungsprofil der Stellenausschreibung ab und richten Sie die Aufgaben individuell auf jedes Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben, aus.

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6. Fehler im Lebenslauf: Zu viele irrelevante Informationen

Zu viele irrelevante Informationen im Lebenslauf können aber genauso zum K.O.-Kriterium werden. Der Personaler interessiert sich beispielsweise nur sehr bedingt dafür, wo Sie zur Grundschule gegangen sind oder welche Tätigkeiten Ihre Eltern und Geschwister ausüben. Der Lebenslauf soll Ihren beruflichen Werdegang und Ihre Qualifikationen bestmöglich zeigen. Setzen Sie daher auf Qualität statt Quantität.

7. Fehler im Lebenslauf: Schwindeleien & Lügen

Welche Schwindelei ist erlaubt und wo wird die Schwindelei zur Lüge? Vorab sei gesagt, dass es nicht verwerflich ist, den Lebenslauf durch nette Umschreibungen und Beschönigungen etwas aufzuhübschen. Die halbjährige Arbeitslosigkeit aber mit einem imaginären Job bei einem angesagten Unternehmen verschleiern zu wollen, ist definitiv der falsche Weg und führt sobald die Lüge aufliegt, direkt zu sehr peinlichen Nachfragen – schlimmstenfalls sogar zur Kündigung. Bedenken Sie: für den Personaler muss Ihre Bewerbung in sich schlüssig sein. Dazu gehören auch entsprechende Zeugnisse. Zudem ist es mittlerweile auch nicht mehr unüblich, dass gut vernetzte Personaler mit den Verantwortlichen der vorherigen Arbeitgeber in Kontakt treten und sich direkt aus erster Hand nach den Fähigkeiten der Bewerber erkundigen.

8. Fehler im Lebenslauf: Unkonkrete Zeitangaben

Wer bei den Ausbildungszeiträumen nur Jahreszahlen einträgt, begeht einen der häufigsten Fehler im Lebenslauf. Dies erweckt schnell den Eindruck, dass Sie etwas zu verbergen haben. Es macht nämlich einen großen Unterschied, ob Sie nach Ihrem Schulabschluss im Juli bereits im September angefangen haben zu studieren oder sich mehr als ein halbes Jahr dafür Zeit gelassen haben. Gestalten Sie Ihren Lebenslauf daher unbedingt lückenlos und authentisch. Auch wenn Sie in dem halben Jahr nur einen Nebenjob ausgeübt haben, um sich Ihr zukünftiges Studium zu finanzieren, fügen Sie diese Tätigkeit hinzu. Schließlich zeugt der Arbeitswille von Ehrgeiz und Eigeninitiative. Geben Sie also stets den Monat bei den Datumsangaben mit an und erklären Sie Lücken, die größer als drei Monate sind. Waren Sie längere Zeit arbeitslos, können Sie diese Phase als “Berufliche Neuorientierung” umschreiben und die in dieser Zeit absolvierten Weiterbildungen, Praktika, Sprachkurse etc. angeben.

9. Fehler im Lebenslauf: Nichtssagende Hobbys und Interessen

Letztlich sollten Sie auch Fehler im Lebenslauf vermeiden, die zum Abschnitt Hobbys und Interessen gehören. Zu allgemeine und nichtssagende Angaben bringen beim Personaler keine Punkte. Wählen Sie zwei bis drei Aktivitäten, die Sie im Bewerbungsgespräch näher erklären wollen. Indem Sie zum Beispiel den jeweiligen Verein dazu schreiben oder konkret erwähnen, welche Art von Büchern Sie gern lesen. Mit den Interessen kann der Personaler ein wenig von Ihrer Persönlichkeit ablesen. Gruppensport suggeriert beispielsweise Teamgeist, das Beherrschen eines Musikinstruments Disziplin, Ausdauer und Hingabe und Kochen Kreativität und Geselligkeit. Nutzen Sie dies aus, um Ihre Soft Skills zu unterstreichen.

10. Fehler im Lebenslauf: Fehlende Unterschrift

Ein typischer Fehler im Lebenslauf, der gerade jungen Bewerbern leider viel zu häufig unterläuft, ist, dass am Ende des Lebenslaufs keine Unterschrift auftaucht. Da sich die Unterschrift auf Bewerbungsanschreiben und im Lebenslauf in der Personalerbranche durchgesetzt hat, begehen Sie einen schweren Formfehler, den Personalbeauftragte schnell mit einer schludrigen Arbeitsweise in Verbindung bringen! Vermeiden Sie diesen Fehler unbedingt.

Fazit: Durch mehrmaliges Prüfen Ihrer Bewerbungsunterlagen können Sie die häufigsten Fehler im Lebenslauf vermeiden. Eines sollten Sie beim Schreiben Ihres Lebenslaufes aber auch Bewerbungsanschreibens auf jeden Fall immer bedenken: Denken Sie sich nichts aus. Denn es könnte sein, dass der Personaler Sie ausgerechnet zu diesem Punkt eine Frage im Vorstellungsgespräch stellt.

Dieser Artikel wurde von Jooble erstellt.

Bildquelle: Vielen Dank an niekverlaan für das Bild (© niekverlaan/www.pixabay.com).

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Über den Autor

Alexander Reschke ist ein renommierter Bewerbungstrainer, Gründer von Bewerbungstraining.de und Autor des erfolgreichen Bewerbungs-Ratgebers "Geheime Strategien erfolgreicher Bewerber". Seine Passion ist es, Bewerber auf ihrem Weg zum Job tatkräftig zu unterstützen. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit Reisen durch die sonnigen Teile dieser Welt und Kartsport.