Hilfe bei der Berufswahl: die besten Tipps

Wer ein Bewerbungscoaching in Anspruch nimmt, tut dies mit dem Ziel, endlich den Traumjob für sich zu finden. Doch die Berufswahl geht mit schweren Entscheidungen einher, die weit mehr als „nur“ den eigenen Werdegang betreffen. So kommt es, dass viele Schüler, Studierende und Absolventen – aber auch erfahrene Berufstätige, die sich neu orientieren wollen – nicht genau wissen, welchen Weg sie eigentlich einschlagen sollen. Aus diesem Grund bekommst du im Folgenden die wichtigsten Tipps für deine Berufswahl.

Kurz gesagt: Die richtige Berufswahl gelingt, wenn du vier Dinge ehrlich für dich klärst – wie viel Sicherheit du brauchst, was dich wirklich interessiert, welche Work-Life-Balance zu dir passt und welche Wege deine persönliche Situation überhaupt zulässt. Wie das konkret geht, liest du jetzt.

Warum fällt die Berufswahl so schwer?

Diese Frage lässt sich kurz beantworten: Weil die Berufswahl eine der schwersten Entscheidungen im Leben ist – nicht nur am Anfang, sondern bei jeder beruflichen Neuorientierung. Doch woran liegt das? Ein Stück weit hat es mit dem Wandel der Zeit zu tun.

Längst gehört es der Vergangenheit an, dass uns unser beruflicher Werdegang durch Herkunft oder sozialen Status vorgegeben wird. Wir entscheiden selbst über unseren Weg. Diese Freiheit bringt allerdings eine fast unüberschaubare Auswahl an Optionen mit sich. Das hängt mit der schieren Zahl der Berufe zusammen: Rund 327 Ausbildungsberufe gelten in Deutschland laut statista.de als anerkannt – und das ist noch übersichtlich. Zu Beginn der 1970er-Jahre konnten Bewerber aus mehr als 580 Berufen wählen. Sobald wir uns für einen Berufszweig entscheiden, schließen wir im selben Atemzug eine ganze Reihe von Türen, die sich vielleicht nie wieder öffnen. Genau das macht die Berufswahl so anspruchsvoll.

Berufswahl schwere Entscheidung
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Berufswahl: Was beeinflusst unsere Entscheidungen?

Dass die Berufswahl oft schwierig ist, hätten wir geklärt. Doch welche Umstände beeinflussen dich bei dieser richtungsweisenden Entscheidung? Hier die vier wichtigsten Faktoren im Überblick.

Faktor #1 bei der Berufswahl: Sicherheit

Die Arbeitswelt erfindet sich ständig neu. Die rasante Modernisierung – heute vor allem durch Digitalisierung und KI – schafft Berufe, an die gestern noch niemand gedacht hat. Derselbe Prozess lässt aber auch traditionelle Berufsgruppen aussterben. Dem willst du mit deiner Berufswahl natürlich aus dem Weg gehen und wählst nach Möglichkeit ein Feld, das auch morgen noch gefragt ist. Deshalb sind etwa IT- und technische Berufe so beliebt – dass der Trend zu Fortschritt und Digitalisierung abreißt, ist nicht abzusehen.

Zur Sicherheit gehört auch finanzielle Unabhängigkeit – auch sie spielt bei der Berufswahl eine große Rolle. Allerdings hat das reine Gehalt über die Jahre an Bedeutung verloren (Was Generation Y wichtig ist). Vielen Berufstätigen sind heute weiche Faktoren wie Sinn, Entwicklung und Atmosphäre genauso wichtig. Aus unserer Erfahrung als Personaler sehen wir das täglich: In Gesprächen zählt nicht mehr nur, was am Monatsende auf dem Konto landet, sondern ob die Aufgabe trägt.

Faktor #2 bei der Berufswahl: Interessen und Persönlichkeit

Ein Berufsfeld zu wählen, dessen Inhalte dir persönlich egal sind, bringt dich selten weiter. Du willst einen Beruf, der deine Interessen widerspiegelt und der dir am Herzen liegt. Nur dann kannst du dich voll mit ihm identifizieren und dein Potenzial ausschöpfen.

Wie wichtig Interessen und Persönlichkeit für Arbeitgeber sind, erkennst du an fast jeder Stellenanzeige: Im Marketing werden besonders kreative Köpfe gesucht, angehende Sozialpädagog:innen sollten kommunikativ und empathisch sein, der Nachwuchs in der Buchhaltung über analytisches Denkvermögen verfügen.

Auch das Bild vom faulen Berufseinsteiger ist ein Klischee: Die meisten Menschen suchen im Beruf die Herausforderung und wollen gefördert werden. Monotone Aufgaben und das Gefühl mangelnder Wertschätzung lassen vor allem am Anfang schnell die Lust am Job verlieren.

Faktor #3 bei der Berufswahl: Work-Life-Balance

Work-Life-Balance hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Arbeit und Privatleben müssen miteinander vereinbar sein – dafür nehmen viele auch Abstriche beim Gehalt in Kauf. Für Unternehmen heißt das: Mit höheren Gehältern allein lassen sich neue Mitarbeitende kaum noch gewinnen. Weitere Benefits müssen her – etwa flexible Arbeitszeitmodelle, Homeoffice, betriebliche Kinderbetreuung oder Angebote für Sport und Verpflegung.

Das Ziel der Arbeitgeber: eine Atmosphäre schaffen, in der sich Angestellte wohlfühlen. Die Kür ist, dass die Angebote für neue Mitarbeitende nicht mit den Erwartungen der bestehenden Belegschaft kollidieren. Zwischen den Generationen gibt es durchaus unterschiedliche Vorstellungen von einem gelungenen Arbeitsumfeld.

Faktor #4 für die Berufswahl: Die eigene Situation

Deine persönliche Situation ist individuell – und sie beeinflusst die Berufswahl genauso stark wie die anderen Faktoren. Singles sind weniger gebunden als Menschen in einer Partnerschaft und vielleicht eher bereit, für bessere Aussichten umzuziehen. Leben Kinder im Haushalt, bist du zusätzlich eingeschränkt – das gilt besonders für Alleinerziehende.

Wenn du sehr familien- und heimatverbunden bist, wirst du kaum eine Stelle antreten, für die du 400 Kilometer entfernt neu anfangen müsstest. Anders sieht es aus, wenn dein neuer Job genau dazu dienen soll, dich in ein neues Umfeld zu führen – und du deine gewohnte Umgebung gern hinter dir lässt.

eigene Situation bei der Berufswahl
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Welcher Beruf passt zu mir?

Welcher Beruf der richtige für dich ist, hängt vor allem von den vier Faktoren oben ab. Frag dich ehrlich: Wie sehen deine Ansprüche an den Lebensstandard aus? Welchen Interessen gehst du nach, und wo liegen deine Stärken? Wie viel Zeit möchtest du mit der Arbeit verbringen – und in welcher Atmosphäre? Wer diese vier Fragen für sich beantwortet, hat die wichtigste Vorarbeit für die Berufswahl schon geleistet. Genau hier lohnt es sich, nicht zu hetzen.

Tipps für die Berufswahl

Damit dir die richtige Berufswahl leichter fällt, gibt es zahlreiche nützliche Informationsquellen und Werkzeuge. Ein guter Startpunkt sind die Jobberichte der Arbeitsagentur. Sie geben dir einen Überblick über die Tätigkeit selbst, die Dauer der Ausbildung und mögliche Anlaufstellen für deine Bewerbung.

Falls du deine Interessen und Fähigkeiten selbst nicht richtig einordnen kannst, kann das Internet eine gute Stütze sein. Der kostenlose Berufswahltest von Uniturm.de hilft dir zum Beispiel dabei, mehr über deine Persönlichkeit zu erfahren. Auf Basis deines Ergebnisses bekommst du eine Reihe von Berufsvorschlägen. Liebäugelst du mit einem Studium, kannst du außerdem den kostenlosen Studienwahltest absolvieren.

Und wenn du dir bei der Berufswahl schwertust, such ruhig den Austausch mit anderen. Vielleicht haben Freunde oder Verwandte eine Tätigkeit für dich im Blick, an die du selbst noch gar nicht gedacht hast. Oft nehmen andere deine Fähigkeiten und deine Persönlichkeit klarer wahr als du selbst. Schlägst du einen Weg ein, der so gar nicht zu dir passt, wirst du das von deinem Umfeld ziemlich sicher hören.

Reicht mein Schulabschluss für den Traumjob?

Natürlich entscheidet bei der Berufswahl auch deine Qualifikation mit. Das leuchtet ein: Mit einer handwerklichen Ausbildung allein wirst du nicht Ärztin oder Arzt. Für die Ausbildung, die dir den Weg in den Traumberuf ebnet, müssen manchmal erst ein paar Hürden überwunden werden – egal, ob du dich weiterbilden oder komplett neu orientieren willst. Hier die wichtigsten Optionen im Überblick.

Fachabitur erwerben

Um an einer Hochschule zu studieren, brauchst du nicht zwingend die allgemeine Hochschulreife. Mit einem Fachabitur ist ein Studium ebenso möglich. Dabei gilt es, zwei Abschlüsse zu unterscheiden – die Fachhochschulreife und die fachgebundene Hochschulreife. Für beide wird umgangssprachlich das Wort „Fachabitur“ verwendet.

Die Fachhochschulreife berechtigt dich zum Studium an einer Fachhochschule, nicht aber an einer Universität. Anders die fachgebundene Hochschulreife: Mit ihr sind auch Universitätsstudiengänge möglich – allerdings nur innerhalb der jeweiligen Fachrichtung. Klassische Spezialisierungen sind Bereiche wie Wirtschaft, Technik und Sozialwesen.

Verglichen mit der allgemeinen Hochschulreife eröffnet dir die Fachhochschulreife also nicht dieselben Möglichkeiten. Klassische Universitätsberufe wie Jurist oder Mediziner bleiben damit verschlossen. Der Erwerb des Fachabiturs ist in Vollzeit oder als Fernstudium möglich und dauert in der Regel zwei bis drei Jahre.

Allgemeine Hochschulreife über den zweiten Bildungsweg

Reichen dir die Möglichkeiten des Fachabiturs nicht, kannst du die allgemeine Hochschulreife auch später nachholen. Dafür gibt es den sogenannten zweiten Bildungsweg – im Kern eine Ausbildung in Vollzeit an einem Berufskolleg oder einem Abendgymnasium. Grundsätzlich unterscheidet sich die allgemeine Hochschulreife über den zweiten Bildungsweg nicht von der eines Regelgymnasiums – Abweichungen kann es nur im Kurs- und Fachangebot geben.

Auch die Ausbildung am Berufskolleg oder Abendgymnasium dauert zwei bis drei Jahre. Sie umfasst meist mehr Fächer als das Fachabitur, darunter eine zweite Fremdsprache. Da viele Lernende mehrere Jahre aus dem Schulalltag raus sind, bieten die meisten Schulen Einführungsphasen und Vorkurse an, bevor die eigentliche Kursphase beginnt.

Studium ohne Abitur

Studieren ist auch komplett ohne Hochschulreife möglich – ob fachgebunden oder allgemein. Das Interesse am Studium ohne Abitur wächst stetig: Laut studieren-ohne-abitur.de sind aktuell rund 70.000 Menschen ohne Abitur an deutschen Hochschulen eingeschrieben – ein neuer Höchststand.

Da Bildung nach wie vor Ländersache ist, unterscheiden sich die Einstiegsbedingungen von Bundesland zu Bundesland – teils erheblich. In Sachsen etwa müssen Studienanfänger ohne Abitur eine mindestens zweijährige Berufsausbildung und drei Jahre Berufserfahrung vorweisen; dazu kommen ein Beratungsgespräch und eine Eignungsprüfung. In Nordrhein-Westfalen dagegen ist die Eignungsprüfung nur bei fachfremden Studiengängen nötig, und in begründeten Einzelfällen kann sogar die Berufsausbildung entfallen.

Weiterbildungen

Vielleicht braucht deine Berufswahl aber gar keine Hochschulreife oder einen akademischen Grad. Dann – und in vielen weiteren Fällen – kann eine Weiterbildung sinnvoll sein. Sie festigt entweder bestehende Kenntnisse oder eröffnet dir komplett neue Themengebiete. Besonders gefragt sind etwa Weiterbildungen im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, weil sie in vielen Branchen verlangt werden.

Übrigens: Weiterbildung ist nicht gleich Fortbildung. Häufig werden beide Begriffe synonym verwendet – das stimmt aber nicht. Eine Weiterbildung kann sich auch auf fachfremde Themen beziehen, während die Fortbildung darauf abzielt, bestehendes Wissen aufzugreifen und zu erweitern.

Hilfe bei der Berufswahl Weiterbildung
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Berufswahl-Tipps im Bewerbungscoaching

Du brauchst noch einen Impuls für deine Berufswahl und eine professionelle Einschätzung deiner Fähigkeiten? Dann ist unser Bewerbungscoaching von bewerbungstraining.de der nächste Schritt. Unsere Coaches sind erfahrene Personaler, die unzählige Bewerbungen gesichtet und Gespräche geführt haben – und genau wissen, worauf es ankommt. Wir begleiten dich bei deiner Karriereplanung und durch den gesamten Bewerbungsprozess.

Fazit zur Berufswahl

Die Berufswahl ist eine Entscheidung, für die du dir Zeit nehmen solltest – sie gestaltet mindestens ein Kapitel deines Lebens maßgeblich mit. Damit du dich im Dickicht der Berufe nicht verlierst, gibt es zum Glück eine ganze Reihe von Hilfsmitteln.

Unter welchen Bedingungen du arbeiten und welcher Tätigkeit du dich widmen willst, entscheidest am Ende nur du selbst. Niemand kann und sollte dir diese Entscheidung abnehmen. Und keine Sorge: Die erste Wahl muss nicht die letzte sein. Heute ist es eher die Ausnahme, dass jemand ein ganzes Berufsleben im selben Feld bleibt. Für die berufliche Um- und Neuorientierung stehen dir genauso viele Wege offen wie beim ersten Mal.

Häufige Fragen zur Berufswahl

Warum fällt die Berufswahl so schwer?

Weil heute fast jeder selbst über seinen Weg entscheidet – bei einer riesigen Auswahl an Berufen. Jede Entscheidung schließt zugleich andere Türen, und das erzeugt Druck. Genau das macht die Berufswahl zu einer der anspruchsvollsten Entscheidungen im Leben.

Welche Faktoren beeinflussen die Berufswahl?

Vor allem vier: das Bedürfnis nach Sicherheit, die eigenen Interessen und die Persönlichkeit, die gewünschte Work-Life-Balance sowie die persönliche Lebenssituation (z. B. Familie, Wohnort, Bindungen).

Wie finde ich heraus, welcher Beruf zu mir passt?

Kläre ehrlich deine Ansprüche an Lebensstandard, Interessen, Stärken und Arbeitsatmosphäre. Kostenlose Tools wie ein Berufswahltest, die Jobberichte der Arbeitsagentur und der Austausch mit deinem Umfeld helfen zusätzlich.

Kann ich ohne Abitur studieren?

Ja. Aktuell sind rund 70.000 Menschen ohne Abitur an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Die Bedingungen sind Ländersache und unterscheiden sich – meist über Berufsausbildung plus Berufserfahrung und teils eine Eignungsprüfung.

Was ist der Unterschied zwischen Weiterbildung und Fortbildung?

Eine Weiterbildung kann auch fachfremde Themen abdecken und neue Bereiche erschließen. Eine Fortbildung baut gezielt auf vorhandenem Wissen auf und vertieft es.

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